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Mein Gastbeitrag im Prof. Hartmut Walz Finanzblog

Heute ist mein Gastbeitrag zu Thema private Finanzplanung im Finanzblog von Prof. Dr. Hartmut Walz erschienen.

KLICKEN SIE BITTE AUF DEN LINK, um den Beitrag zu lesen:

https://hartmutwalz.de/gehe-nie-einkaufen-ohne-einkaufszettel/

Im Blogbeitrag verrate ich eine Methode, wie Verbraucher die Regie über Ihre Finanzen übernehmen können… ohne dabei auf Verkäufer von Finanzprodukten angewiesen zu sein.

Hartmut Walz ist Professor an der Hochschule Ludwigshafen und engagierter Verbraucherschützer. Vielen in der Region ist er durch seine Kolumne in der Rheinpfalz und seine Vorträge bekannt. Bundesweit kennt man ihn aus TV-Magazinen und von seinen Büchern:

                                       

Hier geht’s zu den Büchern von Prof. Dr. Hartmut Walz.

Prof. Hartmut Walz schreibt sehr anschaulich mit guten Bildern, prägnanten Beispielen und einer Prise Humor.

Außerdem ist er Initiator der Ludwigshafener Finanzgespräche. Hier eine Aufzeichnung zum Reinschauen. 10. Finanzgespräch mit Dipl. Psychologin Monika Müller – Pionierin als Finanzcoach – mit dem Titel:

Ihr Geld und das Risiko – Zusammenspiel von Intuition, Ratio und Emotionen

 

Uns allen liegt am Herzen,

  • dass Menschen ihre Finanzen verstehen,
  • sich unabhängig informieren
  • und die Regie über Ihre Finanzen übernehmen.

 

Um es mit Prof. Hartmut Walz zu sagen:

Denn schließlich ist es Ihr Geld!

Wie Bilder helfen, Finanzen zu verstehen

BUCH-EMPFEHLUNG: Einfach genial entscheiden in Geld und Finanzfragen von Prof. Dr. Hartmut Walz

Wer sich über Finanzen informieren will, hat es nicht leicht. Die Fülle an Informationen ist überwältigend und das Fach-Chinesisch schwer verständlich. Doch stellen Sie sich vor, es gäbe einen BWL-Professor, der Sie nicht mit Formeln quält, sondern sein Wissen mit nachvollziehbaren Bildern auf den Punkt und Sie zum Nachdenken bringt. Der Professor heißt Hartmut Walz und ist Experte für Entscheidungen. Er ist Autor des Buches „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“, das ich Ihnen hier vorstelle.

 

Sei kein LEO

So lautet die Botschaft des Hartmut Walz. „Leicht erreichbares Opfer“ (LEO), so nannten seine Kollegen in der Banklehre Kunden, die zwar wenig Finanzwissen, jedoch Geld zum Anlegen haben. In einem kurzen Video können Sie es aus seinem Munde hören.

Walz möchte Menschen helfen, gute Entscheidungen zu treffen. Als BWL-Professor an der Hochschule Ludwigshafen liegt sein Fokus an der Schnittstelle zwischen Ökonomie und Verhaltenspsychologie. Als Autor und Redner gibt er praktische Hilfestellungen für den Alltag von privaten Anlegern.

Die Mission des Hartmut Walz

„Wer nichts weiß, muss alles glauben“

Marie von Ebner -Eschenbach

Hartmut Walz hat nicht nur Bücher geschrieben. Er schreibt auch einen Blog mit dem Titel: „Denn schließlich ist es Ihr Geld“. Damit macht er deutlich auf welcher Seite er steht. Es geht ihm um den privaten Anleger. Ihn fordert er auf, Verantwortung für seine Finanzen zu übernehmen und sich Finanzwissen anzueignen. Und da er weiß, wie schwer das den Meisten fällt, vermittelt er das Finanzwissen anders als das BWL-Professoren üblicherweise tun. Keine Formeln und Theorien, sondern anschauliche Bilder und Praxiswissen. Und das ist es, was sein Buch „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ so einzigartig macht.

Sein Buch ist ein Spagat zwischen zumutbarer Detailorientierung und erforderlicher Vereinfachung. Ein Problem, das mir als Finanzberater nur allzu bekannt ist. Die erfolgreichsten Finanzvertriebe verfahren nicht selten nach dem Motto „Wissen schadet dem Verkaufserfolg.“ So konnte Jahrzehnte lang jeder im Nebenjob Versicherungen verkaufen. Inzwischen ist das Pendel umgeschlagen und die Beratung ist hoch reguliert. Käufer von Finanzprodukten werden mit Informationen geradezu erschlagen. Das ist Desinformation durch Information.

Hartmut Walz verfolgt einen anderen Ansatz. Er versetzt sich in die Situation seiner Leser und vermittelt relevantes Wissen anhand von Bildern und Beispielen, gewürzt mit einer gesunden Prise Humor.

Bilder sind anschaulich und verständlich

„Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“

Kurt Tucholsky
  • Bilder sind das Erste, was wir wahrnehmen. Im Bruchteil von Sekunden haben wir Bildinhalte erfasst und für uns eingeordnet. Texte müssen erst gelesen werden, um verstanden zu werden.
  • Bilder haben einen Erlebnis- und Unterhaltungswert.
  • Über Bilder lassen sich Emotionen erzeugen und Informationen transportieren.
  • Sie wirken im Unterbewusstsein und wir können zugleich bewusst darüber nachdenken.
  • Bilder können Zeichnungen, Fotos, aber auch Text sein, der Bilder in uns erzeugt.

Hartmut Walz versteht es meisterhaft, in Bildern zu sprechen. Die Kunst dabei ist es den Kern einer Botschaft in ein Bild zu packen. Das erleichtert es dem Leser wahrzunehmen, aber auch die Inhalte zu behalten. Liebevoll und humorvoll setzt die Grafik-Designerin Manuele Lieberich seine Bilder mit der Figur der „Freaky Fly“ optisch um.

Können Bilder Anlegern helfen?

So wie viele Menschen sich mit Finanzthemen schwertun, so geht es mir mit der Technik. Als ich meinen Führerschein machte, musste ich lernen, zu schalten. Mein Fahrlehrer gab mir die Regel mit: Bei 30 km/h in den 2. Gang und bei 50 km/h in den 3. Gang. Ich folgte seinem Rat, fühlte mich damit aber sichtlich unwohl. Es war mir zu mechanisch und ich sagte dem Fahrlehrer: „Können Sie mir nicht mal erklären, was ich hier eigentlich mache?“ Der war verdutzt, zeigte mir aber nach einigem Nachdenken sein Rennrad mit einer Gangschaltung (damals noch selten). Ich sah die Kette und die Ritzel und verstand. Seitdem kann ich schalten. Auch wenn ich Ihnen in meinem Motorraum das Getriebe nicht zeigen kann, so habe ich doch ein Gefühl dafür, was ich bewirke, wenn ich schalte. Das hilft mir, die Gangschaltung sinnvoll zu betätigen und mich beim Autofahren wohl zu fühlen.

Ich erlebe, dass Anleger völlig falsche Bilder im Kopf haben: Die Börse als Spielkasino, den Anlageberater als Tipp-Geber, den Fondsmanager als Genie, die Kurse als Ein- und Ausstiegssignale … Kein Wunder das sie den Motor abwürgen, liegen bleiben und sich aus Frust nicht mehr auf die Straße trauen (um im Bild zu bleiben). Statt Stereotype zu bedienen, nutzt Hartmut Walz die Kraft der Bilder, um komplexe Sachverhalte zu erläutern und Zusammenhänge aufzuzeigen.

Entscheidend ist, was drin ist

Das gilt nicht nur für Finanzprodukte, sondern auch für Bücher. Daher hier ein kurzer Überblick:

In Teil A beschäftigt sich Walz mit der aktuellen Situation an den Finanzmärkten. Er fordert uns auf, die Umstände – wie die niedrigen Zinsen – so zu nehmen, wie sie sind indem er sagt: Man kann nur mit den Mädels tanzen, die da sind.

In Teil B zeigt er Metaregeln der Geldanlage und Vorsorge. Er fragt: Muss es wirklich so kompliziert sein? Und kommt zu dem Schluss, die Komplexität von Finanzdienstleistungen nützt nur selten dem Anleger. Er zeigt Interessenkonflikte bei Beratern (Kein Fallschirm für den Piloten) und Medien (Der tote Fisch in der Zeitung) auf. Er weist auf unnötige Risiken (Schiefe Wetten) hin und zeigt, wo Risiko Chance sein kann (Stress mich! Mach mich stark!).

In Teil C zeigt er den Unterschied zwischen Anlageklassen und Anlagevehikeln. Eine Unterscheidung, die elementar ist, um Finanzprodukte zu verstehen (Von nützlichen Verpackungen und Mogelpackungen). Er gibt seinen Lesern nützliche Arbeitshilfen an die Hand: „Das einfach geniale Siebeneck“ zur Bewertung von Anlagemöglichkeiten und die Checkliste „Fragen an den Finanzproduktverkäufer“.

Das Siebeneck wendet er im Teil D auf zehn verschiedene Anlageformen vom Bausparvertrag, über Immobilien, Aktien und Lebensversicherungen bis zu Bitcoins an. Dabei schreckt er nicht vor klaren Statements zurück: So bezeichnet er exotische Sachanlagen als „Dinge, die die Welt nicht braucht“. 

Fazit

Das Buch „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“ besticht durch die Haltung seines Autors, der verstanden werden will und zum Verstehen und Hinterfragen anregt. Die Bildersprache und der Humor machen anspruchsvolle 370 Seiten zu einem Lesevergnügen. Ich nutze es immer wieder als Nachschlagewerk, da viele Themen „einfach genial“ erklärt sind. So habe ich beispielsweise nirgendwo eine so plastische Darstellung der Kostenstruktur und ihrer Auswirkungen bei Fondspolicen gefunden. Absolut lesenswert!

Dieses Buch empfehle ich Anfängern wie erfahrenen Anlegern!

Ich glaube an die Macht der Bilder. Möge die Macht mit Dir sein!

Frei nach Star Wars 😉

Vermögensanlage: Keep it simple

Die Welt der Vermögensanlage sieht kompliziert aus. So dachte ich, als ich letzte Woche in ungewohnter Zuschauerrolle eine Podiumsdiskussion zu meinem Thema verfolgte. Dabei lassen sich selbst anspruchsvolle Inhalte, einfach vermitteln. Einer, der diese Kunst beherrscht, war Teilnehmer der Diskussion: Professor Walz, Autor des Buches „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen“.  Lassen Sie uns etwas Licht ins Dickicht des Finanzwaldes bringen.

 

Den Wald trotz lauter Bäumen sehen

Der Heidelberger Business Club hatte geladen. Vier Finanzberater und ein Professor beantworteten Fragen einer Moderatorin vor ca. 90 Zuhörern. Es ging um Immobilien, Aktien, Diamanten, Riester-Verträge, Fonds, synthetische und physische ETFs und Bausparverträge. Die Meinungen gingen – wie unter Experten üblich – auseinander. Da machte der Professor eine wichtige Unterscheidung, die zwischen Anlageklassen und Anlagevehikeln. Hartmut Walz von der Hochschule Ludwigshafen gab damit den Zuhörern eine wichtige Hilfestellung, wie sie den Wald, trotz der vielen Bäume, erkennen.

Finanzprodukte sind Anlagevehikel, entscheidend ist, welche Anlageklassen drin sind.

 

Anlageklassen und Anlagevehikel

In Anlageklassen können Anleger – falls Sie das nötige Kleingeld besitzen – direkt anlegen. Dazu gehören (in Klammern ein Beispiel):

  • Cash (Bargeld)
  • Gläubigerpapiere (Anleihen)
  • Unternehmensbeteiligungen (Aktien)
  • Immobilien (Mietshaus)
  • Edelmetalle (Gold)
  • Rohstoffe (Öl)
  • Fremdwährungen (US-Dollar)
  • Finanzderivate (Option)
  • Exotische Anlagen (Kunst)

Anlagevehikel sind die Verpackungen in denen diese Anlageklassen angeboten werden:

  • Einlagenkonten (Sparkonto, Tagesgeld, Prämien-Sparen …)
  • Bausparverträge
  • Kapitallebensversicherungen
  • Altersvorsorgeprodukte (Riester, Rürup, BAV, fondgebundene Versicherungen)
  • Investmentfonds
  • Zertifikate
  • Beteiligungen
  • Und vieles mehr

 

Die Anlageklassen sind es, auf die wir uns konzentrieren. Denn wer wissen will, was aus einer Anlage rauskommt, muss wissen, was drin ist. Denken wir uns also erst einmal die Verpackungen weg.

 

Nur drei Anlageklassen besitzen einen Motor

Der Motor jeder Anlage sind die Erträge. Wir unterscheiden im Wesentlichen diese drei Arten von Erträgen:

  • Zinsen
  • Mieten
  • Gewinne

Anleihen haben Zinsen, Immobilien bringen Mieten und Aktien erwirtschaften Gewinn, den sie zum Teil ausschütten (Dividende). Daneben ist es möglich, durch den Kauf und Verkauf zusätzlich Gewinne, aber auch Verluste, zu realisieren. Das hängt im Wesentlichen von Angebot und Nachfrage ab, also der Antwort auf die Frage: Zu welchem Kurs oder Preis ist ein anderer bereit, mir meine Anlage abzukaufen?

Den restlichen Assetklassen fehlen intrinsischen Erträge. Die Rendite von Anlagen in Edelmetallen, Rohstoffen oder Fremdwährungen bestimmt sich rein über die Veränderungen der Kurse. Eine originäre Ertragsquelle gibt es nicht.

„Nur Aktien, Immobilien und Anleihen besitzen intrinsische Erträge.“ Prof. Hartmut Walz

 

Warum die Anlageklassen so wichtig sind

Nutzen Sie den Pareto-Effekt. Er besagt, dass 80 % der Ergebnisse mit 20 % des Gesamtaufwandes erreicht werden. Übertragen auf Vermögensanlage bedeutet das:

Pareto-Prinzip: 80 % des Anlageerfolgs wird durch die Wahl und Kombination der Anlageklassen bestimmt.

 

Da es nur neun Anlageklassen, aber Millionen von Finanzprodukten gibt, vereinfacht das die Sache erheblich.

Alle die Dinge, die Anleger üblicherweise für sehr bedeutsam halten, tragen in Wahrheit viel weniger zum Erfolg bei, als wir glauben. Dazu gehören:

  • Den richtigen Zeitpunkt für Kauf und Verkauf zu finden (Market-Timing)
  • Die richtige Selektion von einzelnen Werten (Stock-Picking)

Für den langfristigen Erfolg ist es entscheidend, Assetklassen in der richtigen Gewichtung zu kaufen und zu halten (Buy and Hold) und dabei das wichtigste Prinzip der Anlage einzuhalten: Risikostreuung (Diversifikation).

 

Einfach und wirkungsvoll

Stellen Sie sich vor, Sie müssen zwischen zwei Anlagen entscheiden, deren Chance und Risiko Sie nicht einschätzen können? Wie würden Sie vorgehen?

Wer die Chance im Blick hat würde womöglich alles auf eine Karte setzen, doch wer das Risiko begrenzen möchte, würde wohl intuitiv das Kapital zu gleichen Teilen auf die Anlageklassen verteilen. Dies nennen Wissenschaftler „naive Diversifikation“. Damit ist das Risiko, mit einer der Anlagen schief zu liegen, soweit möglich reduziert. Die Grundüberlegung lautet: Wenn man Anlagen mischt, die sich unterschiedlich verhalten (steigt A, fällt B), gleichen sich Risiken aus. So ist zu beobachten, dass in Krisenzeiten Anleger verstärkt Anleihen kaufen und Aktien meiden. In Boom-Zeiten ist es umgekehrt. Aktien und Anleihen verhalten sich oft gegenläufig – genau das was wir suchen, um Schwankungen zu reduzieren.

Nach dem Prinzip der naiven Diversifikation ergeben sich folgende einfache Portfolien mit mindestens zwei, wahlweise drei oder vier Anlageklassen:

  1. 50% Aktien + 50 % Anleihen
  2. 33 % Anleihen + 33% Immobilien + 33% Aktien
  3. 25% Anleihen + 25 % Immobilien + 25% Aktien + 25 % Gold oder Rohstoffe*

*Obwohl Gold und Rohstoffe keinen intrinsischen Ertrag besitzen, kann ihre Beimischung zu Risikoreduktion führen, wenn sie sich anders verhalten als die anderen Anlageklassen.

Das ist übrigens gar nicht so naiv, wie der Name klingt. Der große Vorteil ist, dass es einfach zu verstehen und einfach umzusetzen ist und dem wichtigsten Grundprinzip des Anlegens entspricht: konsequenter Risikostreuung. Entscheidend ist es Anlageklassen miteinander zu kombinieren, die möglichst wenig korrelieren (gleichlaufen).

Diese Betrachtung ist allgemein. In der Praxis ist es sinnvoll, das Risiko, des Portfolios und damit die Mischung der Anlageklassen (Asset-Allokation) dem individuellen Risikoprofil des Anlegers anzupassen.

 

Einfach umzusetzen

Schön und gut werden Sie sagen. Doch welches Anlagevehikel soll ich wählen? Die wenigsten haben das Kapital direkt und breit gestreut in Aktien, Anleihen oder Immobilien zu investieren. Auch hier gibt es eine einfache Lösung: offene Investmentfonds (die heute korrekt, aber sperrig, „Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren“ (OGAW) heißen).

Mit Hilfe von Investmentfonds ist es heute jedem möglich, bereits für Beträge unter 100 Euro, sogar als Sparplan in ganze Anlageklassen zu investieren. Die Fonds bündeln das Geld der Anleger und legen es weltweit an. Jedem Anleger gehören ein Bruchteil des Vermögens und er hat Anspruch auf seinen Bruchteil am Ertrag.

Drei Gründe, warum sich Investmentfonds sind für Privatanleger als Anlagevehikel anbieten:

  • Mit Investmentfonds lässt sich in ganze Anlageklassen anlegen und sehr breit diversifizieren.
  • Sie sind liquide, so bleibt der Anleger jederzeit handlungsfähig.
  • Sie bieten besonderen rechtlichen Schutz (Sondervermögen schützt Anlegergelder bei Konkurs der Fondsgesellschaft vor dem Zugriff des Insolvenzverwalters).

Da die Assetklassen 80% des Anlageerfolgs bestimmen, kommt es beim Anlagevehikel vor allem darauf an, keine Fehler zu begehen. Die meisten Anlagevehikel sind teure Verpackungen, die uns Anlegern die Assetklassen in immer neuen Mischungen und Formen verkaufen. Doch das ist einen eigenen Beitrag wert. ETFs sind besonders kostengünstige Investmentfonds.

 

Verleihen, Investieren oder Spekulieren?

Anlagevehikel könnte man auch von Anlage-Werkzeugen sprechen. Wie bei jedem Werkzeug kommt es darauf an, es richtig einzusetzen.

Grundsätzlich können wir Geld – außer es auszugeben –

  • Verleihen
  • Investieren
  • oder damit spekulieren.

Wer Geld verleiht ist Gläubiger und hat einen schuldrechtlichen Anspruch auf Rückzahlung des geliehenen Geldes zur Fälligkeit. Entscheidend für die Sicherheit der Anlage ist die Qualität des Schuldners. Denn fällt dieser aus, ist der Rückzahlungsanspruch wertlos. Dafür, dass wir jemandem Geld leihen erwarten wir eine Gegenleistung, den Zins. Typisch sind Bankeinlagen oder Anleihen.

Je länger wir das Geld verleihen und je schlechter die Bonität des Schuldners, umso höher sollte der Zins sein. So die normale Erwartung. Seit der Finanzkrise ist diese Logik weitgehend außer Kraft gesetzt dadurch, dass die Notenbanken massiv in den Marktmechanismus von Angebot und Nachfrage eingreifen. Es bleibt abzuwarten, wie lange dieses Phänomen noch anhält.

Wer Geld investiert in Immobilien oder Unternehmen hat keinen schuldrechtlichen Anspruch. Es gibt niemandem, der Ihnen beim Kauf einer Immobilie diese wieder zu einem Fixpreis zurücknimmt. Chancen und Risiken und die Verantwortung liegen alleine beim Eigentümer. Die Renditeerwartung muss folglich höher sein, als Ausgleich für dieses Risiko.

Vermietete Immobilien können Sie auch als unternehmerische Beteiligung verstehen. Denn der Mietertrag kommt nicht von selber. Wer erfolgreich eine Immobilie vermietet muss viele Dinge tun, die ein Unternehmer auch tun muss: Mieter suchen, Anzeigen schalten, verhandeln, Verträge schließen, instandhalten, renovieren und kalkulieren.

Spekulieren lässt sich mit jeder Anlageklasse. Es kommt auf die Haltung an.

Ein Spekulant setzt darauf, dass ihm ein anderer (Dummer) seine Anlage zu einem höheren Preis/Kurs abkauft als er bezahlt hat. Anlagen mit hohen Kursschwankungen ziehen Spekulanten stärker an (Aktien, Derivate, Fremdwährungen).

 

Keep it simple

Lassen Sie sich von der Vielfalt der Anlageformen und Produkte nicht verwirren. Fokussieren Sie sich auf die Anlageklasse, deren Gewichtung und darauf Fehler zu vermeiden. Es ist nicht notwendig, dass Sie Experte für Finanzmärkte werden, um erfolgreich anzulegen. Konzentrieren Sie sich stattdessen darauf, wo Sie Experte sind, auf Ihr Leben. Und suchen Sie eine Anlage, die Ihre Ziele und Bedürfnisse am besten unterstützt.

 

Mein Lese-Tipp: Prof. Hartmut Walz „Einfach genial entscheiden in Geld- und Finanzfragen