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Geldanlage: Herausforderung Risiko

Anleger suchen Rendite und Sicherheit. Doch jede Anlageentscheidung ist mit Risiken verbunden und es gilt: Keine Rendite ohne Risiko. Ein Dilemma, das nicht nur Anleger, sondern auch Berater herausfordert. Was macht den Umgang mit Risiken so speziell? Und wie können Anleger und Berater damit konstruktiv umgehen?

 

  1. Die große Begriffsverwirrung

Alle reden über „Risiko“, doch was verstehen die unterschiedlichen Gesprächspartner in einem Beratungsgespräch darunter?

Der einfachste Weg dies herauszufinden ist, nachzufragen: „Was verstehen Sie unter Risiko, bitte nennen Sie einen anderen Begriff?“ Folgende Antworten habe ich bisher erhalten:

  • Unsicherheit
  • Gefahr
  • Chance
  • Nervenkitzel
  • Achterbahnfahrt
  • Notwendiges Übel

Für jemanden, der Risiko als Gefahr wahrnimmt, ist es schwer vorstellbar, dass andere (womöglich der eigene Partner) in Risiken eine Chance sehen. Ein konstruktives Gespräch über Risiken kann nur entstehen, wenn wir wissen, wie unser Gegenüber Risiko empfindet und wenn wir diese Perspektive ernst nehmen.

Haben Sie mit Ihrem Finanzberater schon einmal darüber gesprochen? Oder bringt Ihr Berater sogar noch ganz andere Begriffe ins Spiel, wie Volatilität, Maximum Drawdown oder Value at Risk. Das sind mathematische Modelle, die sich nicht intuitiv erschließen.

Rat für Anleger: Wenn Sie mit Ihrem Partner oder Ihrem Finanzberatern über Risiko sprechen, klären Sie, was diese darunter verstehen.

 

  1. Mit Ungewissheit leben

Risiko ist dadurch definiert, dass sich dem Eintritt eines Ereignisses eine Wahrscheinlichkeit zuordnen lässt. Das ist selten der Fall. Beim Münzwurf ist es gleich wahrscheinlich, dass Kopf oder Zahl fällt. Beim Würfeln stehen die Chancen für jede Seite des Würfels 1:6.

Wenn wir von Risiken sprechen geht es fast immer um Ungewissheit, also um Ereignisse von denen nicht bekannt ist, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie eintreten. An Kapitalmärkten herrscht Ungewissheit, das macht vielen Anlegern Angst.

Doch Ungewissheit herrscht in vielen Lebenssituationen. Im Verkehr setzen wir nicht nur Geld, sondern sogar unser Leben aufs Spiel. Trotz Verkehrsregeln können jederzeit unerwartete Dinge passieren. Doch macht Ihnen das Angst? Hält es Sie davon ab, am Verkehr teilzunehmen? Wir haben uns daran gewöhnt und außerdem eine hohe Motivation, denn schließlich wollen wir mobil sein und unsere Ziele erreichen. Warum sollte das an der Börse nicht auch möglich sein, wenn wir uns darauf einlassen?

 

  1. Geld und Projektion

Was ist eigentlich Geld? Die Frage verblüfft, schließlich gehen wir täglich damit um. Probieren Sie es und stellen Sie diese Frage Ihren Freunden und Bekannten. Sie werden erstaunt sein wieviel unterschiedliche Antworten Sie erhalten. Das führt mich zu dem Schluss: Geld ist das, was wir glauben, was es ist.

Geld ist eine Projektionsfläche: Wir projizieren unsere Ängste, Hoffnungen und Sorgen auf Geld.

Haben Sie Geld schon einmal aus dieser Perspektive betrachtet? Das Geld hält eine Botschaft für uns bereit. Was und wie wir über Geld denken, sagt in Wahrheit etwas über uns.

Nicht nur Geld ist eine Projektionsfläche, auch viele Anlageobjekte lösen Projektionen aus:

  • Immobilien gelten als besonders sicher. Schon unseren Urahnen galt die Höhle als Hort der Sicherheit.
  • Gold gilt als besonders werthaltig, galt es doch schon in der Antike als wertvoll.
  • Aktien gelten als spekulativ, da ihre Kurse stark schwanken und sie rege gehandelt werden.

Wer seine Projektionen kennt, kann bewusster entscheiden. Oft ist zu beobachten, dass Anleger auf bestimmte Anlageformen (Immobilien, Gold) fixiert sind und dabei hohe Klumpenrisiken eingehen.

 

  1. Verluste wiegen schwer

Verluste wiegen mehr als zweimal so stark wie Gewinne. Verlustaversion nennen Wissenschaftler menschliches Verhalten, das versucht, Verluste zu vermeiden.

Das hat Einfluss auf das Verhalten von Anlegern. Sie tendieren dazu ihre Gewinnchancen zu kappen indem sie viel zu früh verkaufen (Gewinne mitnehmen). An Verlieren halten sie viel zu lange fest, nur um einen Verlust nicht realisieren zu müssen. Das wiederum erhöht das Verlustpotenzial. Mehr Erfolgs verspricht es, Verluste systematisch zu begrenzen und Gewinne laufen zu lassen.

Rat an Anleger: Es zahlt sich aus, beim Anlegen nicht dem ersten Impuls zu folgen, sondern nachzudenken. Zahlreiche Denkfallen drohen, wenn wir impulsiv handeln.

 

  1. Zeitpräferenz: Belohnung sofort

Zu sparen bedeutet, heute auf Konsum zu verzichten zugunsten einer Belohnung in der Zukunft. Das fällt uns schwer. Berühmtheit erlangte der Marshmallow Test des US-Psycholgen Walter Mischel. Er setzte Kinder in einen Raum vor einem Teller mit einem Marshmallow darauf. Dann kündigte er ihnen an, dass er ihnen einen zweiten Marshmallow gibt, wenn sie es schaffen den ersten Marshmallow nicht aufzuessen bis er wiederkommt. Auf Videos ist herrlich zu sehen, wie schwer es den Kindern fällt, ihren Impuls nach sofortiger Belohnung zu unterdrücken.

Die eigentliche Erkenntnis brachte eine Langzeitstudie. Mischel fand heraus, dass die Kinder im Leben erfolgreicher waren, die bereits als Kinder ihre Impulse kontrollieren konnten. Selbstkontrolle ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

 

  1. Verzerrte Wahrnehmung

Viele Denkfallen in Bezug auf Risiko beruhen auf verzerrter Wahrnehmung:

  • Wir neigen dazu, schleichende Risiken (falsche Haltung, falsche Ernährung, Inflation) zu unterschätzen und kurzfristige Risiken (Unfall, Crash, Terroranschlag) zu überschätzen.
  • Wir überschätzen die Bedeutung von Ereignissen, die gerade passiert sind.
  • Wir überschätzen den Wert der Dinge, die wir besitzen. Was wir einmal besitzen geben wir ungern wieder her (Verlustaversion).
  • Wir lassen uns von der Art der Darstellung einer Sache oder Frage beeinflussen.
Wer Anlageentscheidungen trifft oder berät, braucht Risikokompetenz. Darunter versteht man die Fähigkeit, informiert, kritisch und reflektiert mit Risiken umzugehen.

 

Lösungsansätze für Berater und Anleger

 

Sensibilisierung und achtsame Kommunikation

Es ist notwendig sensibel umzugehen mit Begriffen wie Risiko und Geld. Wer darum weiß, kann Begriffe, Einstellungen und Wahrnehmung hinterfragen. Das gilt besonders

  • in der Beziehung zwischen Berater und Anleger. Portfolien der Kunden müssen zum Risikoprofil des Kunden passen und nicht die Risikobereitschaft des Beraters wiederspiegeln.
  • in der Beziehung zwischen Anlegern, die gemeinsam in Gemeinschaftsdepots Geld anlegen. Die Partner sollten die finanzielle Risikobereitschaft Ihres Partners kennen und respektieren.

Dies ist nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. Fehlt eine gemeinsame Basis im Verständnis von Risiko, besteht jederzeit die Gefahr, dass ein Partner die Anlage in Frage stellt und damit den Erfolg der Strategie.

 

Risikoprofiling

Das Thema Risiko in der Geldanlage hat verschiedene Aspekte. Ein gutes Bild erhält, wer ein Risikoprofil erstellt. Es ergibt sich aus vier Komponenten:

  • Das erforderliche Risiko ergibt sich aus der Logik, dass je höher die gewünschte bzw. benötigte Rendite ist, das Risiko steigt.
  • Die finanziellen Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes, individuelles Persönlichkeitsmerkmal. Ich nutze einen wissenschaftlich fundierten und weltweit erprobten Test des australischen Anbieters FinaMetrica zur Messung. Der Test bietet wertvole Gesprächsansätze, um herauszufinden, wie der Anleger Risiken sieht. Wie ich vorgehe, habe ich im Buch beschrieben. Ich nutze den Test nicht als Basis für meine Anlageberatung und auch in der Finanzplanung und im Finanzcoaching.
  • Bei der Risikokapazität geht es darum festzustellen, wieviel Risiko ein Anleger objektiv verträgt.Eine gute Basis stellt eine private Finanzplanung dar.
  • Mit der Risikowahrnehmung haben wir uns oben schon beschäftigt.

Buchempfehlung

Die Herausforderungen im Umgang mit Geld und Risiko sind meinem Beitrag im Buch „Vermögensmanufaktur“ herausgegeben von Roland Eller und Markus Heinrich entnommen. Das Buch ist soeben im Finanzbuch Verlag erschienen. Viele renommierte Experten haben dort Beiträge zu verschiedenen Aspekten der Geldanlage verfasst. Es richtet sich an Anleger, die Methoden und Tools der Profis für die eigene Geldanlage nutzen wollen.

Es enthält Kapitel zu

  • Umweltanalyse (Trends und Entwicklungen)
  • Methoden und Werkzeuge
  • Märkte, Produkte und Anlagestrategien
  • Do it yourself

Besonders empfehlen kann die die Kapitel von Gerd Kommer, Autor wichtiger Standardwerke zu ETFs und passivem Investieren. Seine Bücher sind Standardwerke und Inspiration für meine Arbeit.

 

 


 

Wie Frau erfolgreich Finanzentscheidungen trifft

Finanzen gelten nicht als Domäne der Frauen. Völlig zu unrecht. Ich erlebe in meiner Praxis, wie Frauen sehr verantwortungsbewusst mit Geld umgehen. Frauen agieren oft ruhiger und disziplinierter. Ihnen fehlt manchmal lediglich Erfahrung und Zutrauen in ihre Fähigkeiten. Sich seiner Schwäche bewusst zu sein, muss kein Nachteil sein. Männer neigen zur Selbstüberschätzung. Das führt zu Fehlern. Wer klug entscheidet, kann das Spiel zu seinen Gunsten verändern.

„Nicht die Verhältnisse bestimmen Dein Leben, sondern Deine Entscheidungen.“ Tony Robins

 

Change the Game

Die Finanzmärkte faszinieren vornehmlich Männer, das zeigt sich in der Sprache:

  • den Index schlagen
  • den Markt timen und outperformen
  • aktives Management

Vielen Menschen, darunter vielen Frauen, ist diese Welt suspekt. Doch bei Finanzen geht es nicht darum was Finanzmärkte machen, was der Finanzberater empfiehlt oder Ihr Nachbar denkt. Es geht einzig darum, was Ihnen wichtig ist und wie Sie Ihr Leben gestalten. Unsere Finanzentscheidungen haben Einfluss auf unseren Lebensstandard, unsere Handlungsoptionen und unsere Unabhängigkeit. Wer das Spiel zu seinen Gunsten verändern will, tut gut daran, sich auf das zu konzentrieren, was Frau selber beeinflussen kann.

Konzentrieren Sie sich auf das was Sie selber beeinflussen.

 

  1. Selbst-Bewusstsein in der Beziehung

Geld ist ein Beziehungsthema. Wie ist Ihre Beziehung zu Geld? Wofür ist Ihnen Geld wichtig? Welche Rolle spielt Geld in Ihrem Leben? Jeder hat eine ganz eigene Vorstellung von Geld. Da Geld abstrakt ist wirkt es wie eine Leinwand. Wir projizieren unsere Ängste, Hoffnungen und Sorgen darauf.

Was wir über Geld denken sagt mehr über uns als über Geld.

Nur wer reflektiert ist und seine Beziehung zu Geld geklärt hat, kann souverän damit umgehen. Dies gilt besonders, wenn Partner gemeinsam entscheiden. In der Ehe kommen Partner aus verschiedenen Familien zusammen. Sie bringen ihre Geschichte zu Geld mit, oft ungeklärte Konflikte. Unser Verhältnis zu Geld prägt sich in der Kindheit. Wir lernen indem wir nachahmen. Wir entwickeln unbewusst Glaubenssätze, die unser Verhalten mit Geld lenken. Sie können Erfolg beflügeln oder blockieren.

  • Mit wem können Sie über Geld sprechen?
  • Wofür ist Ihnen Geld wichtig?
  • Wie sprechen Sie mit Ihren Kindern über Geld?

 

  1. Gehe nie einkaufen ohne Einkaufszettel

Ziele sind echte Game-Changer. Wer weiß, was er will, ist dem anderen überlegen. Die wenigsten Menschen haben konkrete Finanz-Ziele. Es gilt zunächst herauszufinden, was Sie wollen. Ziele funktionieren, wenn sie konkret und motivierend sind. Konkret bedeutet messbar und terminiert, motivierend bedeutet Sinn machen und Energie freisetzen.

Ziele definieren klingt einfacher als es ist. Wir tun uns schwer damit. Im Dialog mit einem Freund, Coach oder Berater fällt es uns leichter. Auch methodisch gibt es Kniffe. Uns ist meist klarer, was wir nicht wollen. Der geniale Bildhauer Michelangelo hat die „Negativ-Methode“ anschaulich beschrieben. Auf die Frage, wie es ihm gelungen ist, eine perfekte Statue wie den David zu erschaffen, antwortete er:

„Der David steckte von Anfang an in dem Marmorblock. Ich habe nur entfernt, was nicht dazu gehörte“

Einfach in eine Bank zu laufen, ist genauso gefährlich, wie ohne Einkaufszettel in einen Supermarkt zu gehen. Sie haben immer etwas im Korb, das Sie nicht brauchen. Bankberater sind Verkäufer. Sie lieben Kunden, die nicht wissen, was sie wollen, denn der Bankberater hat klare Vertriebsvorgaben. Wenn Sie jedoch das Ziel vorgeben, werden Sie auf Augenhöhe mit Ihrem Berater sein.

  • Wissen Sie, wo Sie stehen?
  • Haben Sie ein konkretes Finanz-Ziel?
  • Welche Bedeutung hat das Ziel für Ihr Leben?

 

  1. Frage nie Deinen Friseur, ob Du eine neue Frisur brauchst

 

Diese Warnung stammt vom legendären Investor Warren Buffet, einem der reichsten Menschen der Welt. Er hat ein Vermögen gemacht mit Investments in Unternehmen. Es gibt Tausende von Finanzprodukten, täglich werden neue kreiert. Alle wollen an den Mann – bzw. die Frau – gebracht werden, deshalb unterhalten Banken Filialen und Versicherungen Agenturen. Und deshalb zahlen die Produzenten von Finanzprodukten Provisionen und Kick-Backs an die Verkäufer ihrer Produkte. So funktioniert Finanzberatung in Deutschland.

You get what you pay for. Wer unabhängige Beratung sucht, handelt klug seinen Berater direkt dafür zu bezahlen.

Sie wünschen unabhängige Beratung? Diese erhalten Sie bei Honorarberatern. Als Kunde zahlen Sie Ihren Berater direkt für die Beratungsleistung, klar und transparent. Im Gegenzug erhalten Sie Zugang zu Finanzprodukten, die keine Vertriebsprovision enthalten, sogenannte „Netto-Produkte“. Sie werden staunen, wieviel günstiger diese sind. Produkte werden Ihnen nur empfohlen, wenn sie für Sie Sinn machen. Wieviel Finanzprodukte haben Sie, von denen Sie gar nicht wissen wofür?

Brauchen Sie Überblick über Ihre Finanzen und einen Plan, dann empfehlen sich zertifizierte Finanzplaner, die ebenfalls auf Honorarbasis arbeiten. Diese helfen Ihnen erst einmal einen Finanzplan zu erstellen, ohne Finanzprodukte zu vermitteln. Für hohe Qualifikation, ganzheitliche Betrachtung und klare Ethikstandards steht der internationale Standard „Certified Financial Planner (CFP)“.

  • Wissen Sie, von wem Ihr Finanzberater Geld erhält?
  • Kennen Sie die Kosten Ihrer Finanzprodukte?
  • Haben Sie einen unabhängigen Berater?

 

FAZIT

Halten Sie es wie John D. Rockefeller

„Lieber eine Stunde nachdenken über Geld, als eine Stunde für Geld arbeiten.“

Aber machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken über das, was Ihnen wichtig ist und versuchen Sie nicht, es anderen recht zu machen.

Das ist übrigens kein Widerspruch zu einer guten Partnerschaft. Gute gemeinsame Lösungen berücksichtigen die Bedürfnisse beider Partner und dazu ist ein gesundes Selbst-Bewusstsein Voraussetzung. Jeder Partner hat eine eigene Perspektive und Interessen. Das ist völlig normal. Wie eine Kommunikation zu Geld in einer Paar-Beziehung gelingen kann, dazu finden Sie Anregungen in meinem Beitrag: Wie spreche ich mit meinem Partner über Geld?

 

Wie treffen Sie Finanzentscheidungen? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht? Worauf suchen Sie eine Antwort?

 

Wie spreche ich mit meinem Partner über Geld?

Geld ist das letzte Tabu unter Partnern. Paare tun sich schwer, über Geld zu sprechen. Einige befürchten, dass es der Liebe schadet. Ob mit oder ohne Trauschein, keiner der eine Beziehung eingeht, kommt am Thema Geld vorbei. Immer wieder begegne ich Menschen, die über den Umgang mit Geld in ihrer Beziehung nicht glücklich sind. Doch wie darüber sprechen?

Das Ideal der Liebe

Paare waren ursprünglich Überlebensgemeinschaften. Ihr Zweck war es, den gemeinsamen Alltag zu bewältigen. Heute ist das Ideal der Paarbeziehung die Liebe. Gefragt, warum wir mit einem Partner zusammen sind, lautet die erwartete Antwort: Weil wir uns lieben. Und nicht: Weil wir uns brauchen. Dabei ist letzteres auch heute noch der Fall.

Wir brauchen uns auf drei Ebenen:

Emotional – Bestätigung liebenswert zu sein, angenommen zu sein
Praktisch – Aufgabenteilung, ergänzende Kompetenzen
Faktisch – um Kinder zu zeugen und uns zu versorgen

 

Hört beim Geld die Liebe auf?

Und die harte Realität

Viele haben die Sorge, dass es der Liebe schadet, über Geld zu sprechen.
So kommt es zu merkwürdigen Phänomenen:

• Ein Partner weiß nicht, was der andere verdient.
• Ein Partner ist „Finanzminister“ und trifft alle Entscheidungen allein.
• Ein Partner interessiert sich nicht für Geld, lebt aber gut vom Geld seines Partners.

Die Auswirkungen können drastisch sein:

• Ein Partner fühlt sich abhängig und ist es womöglich auch.
• Widersprüchliche Signale bei der Erziehung der Kinder in Sachen Geld.
• Nach einer Trennung (Tod oder Scheidung) steht der ahnungslose Partner alleine da.

Für Verliebte mag es unromantisch klingen, über Geld zu sprechen oder gar einen Ehevertrag zu schließen. Jede Beziehung wird im Laufe der Zeit auf die Probe gestellt und dann zahlt es sich aus.

 

Über Geld spricht man nicht

Kennen Sie diesen Spruch? Wie leben Sie das – in der Paarbeziehung, einer Freundschaft oder gegenüber den Kindern? Können wir Geld außen vorlassen? Ist Geld nicht allgegenwärtig?

• Wer bezahlt die Rechnung?
• Wem gehört die Wohnung, das Haus, das Auto?
• Wieviel Taschengeld bekommen die Kinder?
• Ziehen wir wegen eines tollen Jobangebots (Karriere) um?
• Wer hat welchen Rentenanspruch?

Über etwas nicht zu sprechen, bedeutet nicht, dass es nicht da ist. Unausgesprochen bleibt, was wir erwarten und ersehnen. Unausgesprochen bleibt, welche Gedanken, Befürchtungen und Hoffnungen Geld-Handlungen auslösen. Schweigen löst keine Probleme.

Es ist unmöglich, Geld aus einer Beziehung herauszulassen.

 

Die Sprachlosigkeit überwinden

Viele Paare wissen nicht, wie sie es anstellen sollen, über Geld zu sprechen, ohne das Ideal der Liebe zu beschädigen. Hier setzt Michael Mary mit seiner Erfahrung als Therapeut in der Paarberatung an. Er hat drei Formen der Liebe beobachtet, die jeweils eine eigene Logik und ein eigenes Verhalten aufweisen. Sie ähneln den drei Motiven um Freundschaft einzugehen, die Aristoteles in seiner Nikomachischen Ethik beschreibt: Freundschaft um des Nutzens Willen, des Wesens Willen und der Lust Willen.

Diese drei Formen der Liebe kommen heute in jeglicher Kombination in Paarbeziehungen vor, gleichzeitig oder zeitversetzt:

Partnerschaftliche Liebe
• Freundschaftliche Liebe
• Emotional-leidenschaftliche Liebe

Die drei Formen der Liebe bedingen drei Formen von Geld:

• Partner-Geld
• Freundschafts-Geld
• Liebes-Geld

Diese Differenzierung erleichtert es Paaren, über Geld und ihre Absichten mit Geld zu sprechen. Richtig angewendet stärkt das die Beziehung. Falsch angewendet führt es zu Konflikten.

Buchempfehlung: Michael Mary „Liebes Geld“ Vom letzten Tabu in Paarbeziehungen

Nachfolgend möchte ich die drei Geldformen kurz vorstellen.

Partner-Geld

Partnerschaftliche Liebe entstammt einem Versorgungsversprechen. Es geht darum, den Lebensalltag gemeinsam zu bewältigen. Die Logik dahinter ist eine Verhandlungs-Logik. Über die Leistungen – ob ökonomisch oder nicht – muss verhandelt werden. Eine Gegenleistung kann erwartet werde. Die Partner haben einen Anspruch auf Erfüllung, den sie aktiv einfordern. Das Verhalten, dass beide voneinander erwarten ist verlässlich, berechenbar, vertragstreu.

Das Verhandeln geschieht bewusst, und es kommt zu einem Vertrag – ob schriftlich (Ehevertrag), mündlich oder unausgesprochen (konkludentes Handeln). Die Leistungen, die die Partner füreinander erbringen, müssen nicht gleich, sondern lediglich gleichwertig sein. Ein klassisches Beispiel: Ein Partner arbeitet, um Geld zu verdienen und der andere bleibt zu Hause, um den Haushalt zu führen und Kinder zu erziehen. Es ist nicht zielführend, zu berechnen wieviel die Hausarbeit in Euro wert ist. Vielmehr lautet die Verhandlungslogik: Wir teilen uns die Aufgaben und jeder gibt sein Bestes. So ist beides gleichwertig, ohne gleichartig sein zu müssen. Ändern sich die Lebensumstände, ist neu zu verhandeln. Beispiele sind: Umzug und Hauskauf, Nachwuchs, Kinder aus dem Haus, Renteneintritt, Pflege der Eltern.

Partnergeld ist Tauschgeld und kann den Zahlenden entpflichten, seine Schuld tilgen. Der Sinn von Partnergeld ist Bindung. Partnergeld gibt es sowohl in der Paarliebe als auch im Geschäftsverkehr, dort bleibt es allerdings kalt.

Freundes-Geld

Freundschaftliche Liebe bestätigt uns in unserer Identität und fördert die Entwicklung unserer Persönlichkeit. Basis sind gemeinsame Interessen oder gegenseitige Faszination (von der Andersartigkeit). Die Logik dahinter ist eine Teilhabe-Logik. Sie ist nicht kalkulierend, sondern freiwillig. Ein Gegengeschenk kann erhofft, aber nicht erwartet werden. Das Verhalten, das beide voneinander erwarten ist wohlwollend, akzeptierend und unterstützend.

Es ist ein Geben und Nehmen von Herzen. Sein Maßstab ist die Erfüllung und das Glück des Partners. Deshalb gilt: Was den einen glücklich macht, darf den anderen nicht unglücklich machen. Auch wenn es gut ist, dass Geben und Nehmen sich auf Dauer ausgleichen, es geht nicht um ein Aufrechnen. Freundes-Geld bleibt freiwillig.

Liebes-Geld

Emotional-leidenschaftliche Liebe ist bedingungslos. Sie bedeutet, dass sich jeder um seiner selbst willen und ohne Vorbehalt geliebt fühlt. Ganz angenommen, so wie er ist. Die Logik dahinter ist die einer Schenkung. Liebe schenken bedeutet ohne Erwartungen und ohne Anspruch etwas zurückzufordern. Gegengeschenke dürfen ersehnt werden, aber nicht mehr. Das Verhalten, das beide voneinander erwarten ist eine Offenbarung und Zuwendung zum Innersten.

Liebes-Geld soll Liebe zeigen. Es hat keinen Maßstab, sondern entspringt dem Bedürfnis des Schenkenden, seiner Liebe Ausdruck zu geben.

Die Eigensicherung nicht vernachlässigen

Geld zu Geben oder zu nehmen ist mit Erwartungen verbunden. Je ehrlicher wir uns und unserem Partner gegenüber dies eingestehen, je einfacher wird die Kommunikation. Das Modell von Mary mit seiner Logik, kann dabei helfen. Wer sein Einkommen als Partner-Geld einbringt, darf eine gleichwertige Gegenleistung erwarten und sogar einfordern. Das gilt jedoch genauso, für denjenigen, der auf Einkommen und Karriere verzichtet, um diese dem Partner zu ermöglichen.

Wer seinem Partner helfen möchte, darf seine „Eigensicherung“ nicht vernachlässigen.

Diesen Grundsatz kennt jede Seilschaft im Berg. Doch immer wieder sehe ich Fälle in denen ein Partner dem anderen alles ermöglicht, ohne sich selber abzusichern. Helma Sick hat das mit Ihrem Buchtitel „Ein Mann ist noch keine Altersvorsorge“ auf den Punkt gebracht.

Kritisch wird es bei einseitige Liebe oder Freundschaft, die nicht erwidert werden. Sie führen zur Selbstaufgabe. Nicht selten thematisieren Paare Geld nicht, aus Angst ihr Partner könnte sie verlassen. Fehlt die Eigensicherung, ist diese Angst nicht nur emotional, sondern auch wirtschaftlich begründet.

Die Haltung ist entscheidend

In einer gesunden Partnerschaft finden sich alle drei Formen der Liebe und des Geldes:

• Partnerschaftliche Liebe und Partner-Geld beruhen auf einem Vertrag über gleichwertige Leistungen.
• Freundschaftliche Liebe und Freundes-Geld sind ein gegenseitiges Geben und Nehmen von Herzen – ohne aufzurechnen.
• Emotional-leidenschaftliche Liebe und Liebes-Geld sind bedingungslos – fern von Erwartungen und Ansprüchen.

Entscheidend ist die Absicht. Welche Absicht Partner mit dem was sie tun verbinden, können nur sie selber definieren. Der Ansatz von Mary bietet ein Modell, das hilft sich beim Umgang mit Geld über die eigenen Absichten klarer zu werden und Asymmetrien zu vermeiden. Wer Liebes-Geld schenkt, darf keine Gegengeschenke erwarten oder gar einfordern. Genauso schräg wäre es als Gegenleistung für Partner-Geld zu erwarten, (um seiner selbst willen) geliebt zu werden.

Chance und Risiko

Wer eine Lösung will, die von der Beziehung bestimmt wird und nicht vom Geld, der muss über Geld sprechen. Sonst macht das Geld etwas mit der Beziehung. Den ersten Schritt zu tun, erfordert Mut. Das Risiko besteht darin, das der wahre Zustand einer Beziehung offenbar wird. Noch nie erlebt habe ich jedoch, dass das Ansprechen von Geldthemen eine Beziehung zerstört.

Wer mit seinem Partner über Geld spricht, hat die Chance, Erwartungen zu klären und den anderen besser zu verstehen. Auch in einer Paarbeziehung bleiben wir Individuen, die die Welt aus unterschiedlicher Perspektive wahrnehmen. Dies zu akzeptieren und sich einzufühlen ist eine gute Basis. Geldentscheidungen bewusst und gemeinsam zu treffen, stärkt die Bindung unter Partnern.

 

So vermehren Sie Ihr Vermögen

Vermögen verbinden wir mit Geld und übersehen beim Blick auf die Zahlen, dass Vermögen Potenzial ist. Das Geld ist Potenzial, daraus mehr zu machen. Wir sind Potenzial, da wir mehr vermögen, als unser Geld. Als Finanz-Coach denke ich nicht wie ein Vermögens-Verwalter, sondern bin Potenzial-Entwickler.

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie unter dem Titel Frühjahrsputz für Ihre Finanzen. Fast alle Menschen die zu mir kommen suchen Klarheit. Sie wollen verstehen, Ihre Finanzen, sich selber, Ihren Partner und Ihre Beziehung zu Geld. Die Frühjahrsputz-Idee steht dafür, es endlich anzupacken und aufgeräumt ins Leben zu gehen. Wer etwas erreichen will, muss wissen, wo er steht. Dafür steht die Vermögens-Bilanz. Während Finanzberater üblicherweise einen Status erstellen, betrachten Finanzplaner auch künftige Geldflüsse bei der Frage „Wie vermögend bin ich?“. Heute schauen wir uns an, um wieviel „reicher“ die Perspektive eines Finanz-Coaches ist.

„Geld hat noch keinen reich gemacht.“ (Seneca 1-65)

Die Quelle des Vermögens

Ist es nicht erstaunlich, was aus einem Samenkorn erwächst? Genau wie jeder Baum, jedes Leben einem Samen entspringt, hat auch unser Vermögen eine Quelle. Kennen Sie die Quelle Ihres Vermögens?

Bleiben wir zunächst beim Geld. Wo kommt Ihr Geld-Vermögen her?

  • Haben Sie es sich erarbeitet?
  • Wurde es Ihnen geschenkt?
  • Haben Sie es ererbt?

Sind Sie selber die Quelle? Sind Sie sich dessen bewusst?

Oder kommt es von Dritten und was bedeutet das für Sie? Was ist Ihr Beitrag? Gehen Sie respektvoll und achtsam damit um oder ist es scheinbar da, wie der Strom aus der Steckdose?

Alles Wachstum hat eine Quelle, auch unser Vermögen.

 

Die Kraft der Quelle

Geld fließt, wir nennen das Cash-Flow. Die Bedeutung des Cash-Flows für Vermögen beschreibt Robert T. Kiyosaki in seinem Buch „Rich Dad, Poor Dad“. Darauf bin ich im ersten Teil eingegangen.

Fließt das Geld zu Ihnen hin oder von Ihnen fort?

Beides? Das macht Sinn. Denn Geld sollte fließen, so wie Blut im Körper zirkuliert und uns damit Leben und Entwicklung ermöglicht. Staut sich das Geld ist es nutzlos, der Lebensfluss stagniert. Fließt es nur ab und wir geben dauerhaft mehr aus, als ein, sind wir bald blutleer und schlapp. Welche Kraft ein steter Strom entwickeln kann, zeigt die Natur (Flußbett). Finanztechnisch sprechen wir vom achten Weltwunder, dem Zinseszins.

Wer über die Quelle seines Vermögens nachdenkt, wird zwangsläufig auf etwas stoßen, was nicht Geld ist. Das Geld anzuziehen, es zu mehren und fließen zu lassen, beruht auf Wissen, Fähigkeiten und Energie. Hinzu kommt der Faktor Zeit.

 

Wissen und Fähigkeiten

Wissen ist heute kein limitierender Faktor mehr. Noch nie stand uns Menschen so viel Wissen zur Verfügung und das – Dank Internet – jederzeit. Umso bedeutender wird die Fähigkeit, zu verstehen. Verstehen bedeutet, Wissen einordnen zu können, Zusammenhänge zu erkennen und – ganz entscheidend – zu wissen, was man nicht weiß.

Eine entscheidende Kompetenz in unserer vernetzten Welt ist es, mit anderen zu interagieren und zu kooperieren.

  • Wie gut gefüllt ist Ihr Kompetenz-Konto?
  • Wie steht es um Ihr Wissen und Ihre Fähigkeiten?
  • Welches Potenzial liegt in dem, was Sie gut können?
  • Welche Ressourcen haben Sie?
  • Würde es Ihnen helfen, Geld besser zu verstehen?

 

Energie und Gesundheit

Die besten Kompetenzen nützen Ihnen nichts, wenn Sie es nicht vermögen, diese auf die Straße zu bringen. Dazu benötigen Sie Energie. Unser Körper ist darauf programmiert, Energie zu sparen, wo es geht. Dieses Phänomen begegnet uns bei den Gewohnheiten. Es fällt uns schwer unsere Komfortzone zu verlassen, es kostet Energie. Umso wichtiger ist es, unseren Energie-Haushalt aufzufüllen.

Zu mir kommen Menschen, die sich schwertun, zu entscheiden. Sie beschäftigt die Frage: Wie kann ich sicher sein, die richtige Entscheidung zu treffen? Ein gutes Gefühl, welche Richtung Ihnen guttut, erhalten Sie, wenn Sie sich fragen: Was bringt mir Energie? Was nimmt mir Energie? Was unseren Energie-Haushalt auffüllt, eröffnet Potenzial für mehr.

In diesem Zusammenhang lohnt ein Blick auf die Gesundheit. Krankheiten sind limitierende Faktoren. Auch wenn manch einer in einer Krise – und Krankheiten sind Krisen unseres Körpers – seine Potenziale entdeckt, nur Gesunde sind voll leistungsfähig.

Gesundheits-Prävention ist Vermögensbildung.

 

Wie steht es um Ihre Gesundheit? Was tun Sie, um sich voll leistungsfähig zu halten?

 

Der Faktor Zeit

Dem Faktor Zeit kommt eine besondere Bedeutung zu.

Das Samenkorn braucht Zeit, sich zu einem mächtigen Baum zu entwickeln. Der Zinseszins entfaltet seine Kraft erst nach einer gewissen Zeit.

Selbst Vermögensgegenstände erhalten Ihren Wert erst durch die Zeit. Der Wert einer Immobilie oder einer Aktie entspricht der Summe der erwarteten Ertragszuflüsse in der Zukunft, bewertet zum Gegenwartswert (Barwert).

Bei der Geldanlage ermöglicht erst ein langer Anlagehorizont eine Investition. Der Anlagehorizont ist der Zeitraum, den ich überblicken kann, bis ich mein Geld voraussichtlich brauche. Wer wenig Zeit hat, spekuliert auf kurzfristige Effekte. Das ist sehr riskant.

 

Der Faktor Zeit hat Einfluss auf

  • Die Bewertung unseres Vermögens (Preis, Kurs)
  • Unser Human-Kapital (künftiges erwartetes Erwerbseinkommen)
  • Unsere Rentenansprüche (Zeit ist Faktor in der Rentenformel – Je länger wir Beiträge zahlen, je höher die Rente)
  • Den Charakter unserer Geldanlage (Investition oder Spekulation)
  • Die Rendite-Chance (Zinseszins)

 

Ganzheitliche Vermögensbilanz

Betrachten Sie Ihr Vermögen nicht nur in Zahlen. Hierbei hilft eine ganzheitliche Vermögens-Bilanz. Entscheidend sind nicht die Zahlen, sondern Ihre Bewertung. Statt Zahlen enthält sie drei Ebenen und eine Warnstufe.

  • Hoch
  • Mittel
  • Niedrig
  • LEER

 

Betrachten Sie Ihr Vermögen ganzheitlich:

 

So erkennen Sie auf einen Blick, wo Ihre Stärken und Schwächen liegen. Kritisch wird es, wenn ein Feld leer ist:

  • Kein Kapital
  • Keine Zeit
  • Keine Energie

Dann sollten die anderen Felder umso voller sein:

  • Ein junger Mensch hat oft kein Kapital und keine Rentenansprüche. Dafür hat er noch viel Zeit, ein hohes Humankapital und hoffentlich viel Energie.
  • Ein älterer Mensch ohne Rentenansprüche braucht entweder Kapital als Einkommensquelle oder Fähigkeiten und Energie, um dies zu kompensieren.
  • Ein kranker Mensch braucht womöglich, Kapital und Zeit um seine Behandlung bezahlen zu können und sie wirken zu lassen.

Welche Beispiele fallen Ihnen ein?

 

Vermögens-Verwalter oder Potenzial-Entwickler?

Vor dieser Frage stand ich, als ich mein eigenes Konzept entwickelte, um privaten Kunden beim Thema Geld zu helfen.

Als Finanz-Coach bin ich Potenzial-Entwickler und kein Vermögens-Verwalter.

 

Um wieviel reicher ist die Perspektive eines Potenzial-Entwicklers. Statt Vermögen zu verwalten und sich auf Zahlen zu fixieren, konzentriere ich mich in meiner Arbeit auf Ressourcen und Potenziale. Alle Menschen, die zu mir kommen, bringen Ressourcen mit. Oft sind sie sich nicht bewusst, welch hohen Wert diese haben. Sie zu entdecken, setzt Energie frei. Und Energie ist das entscheidende Feld Ihrer Vermögensbilanz. Sie verwandelt Ihre Ressourcen in Potenziale, die sich entfalten.

„Geld ist eine Form von Energiespeicherung.“ John Culkin

Wer über Geld nachdenkt, denkt über sich nach. Was wir über Geld denken, sagt mehr über uns, als über das Geld.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen gute Gedanken. Glauben Sie an Ihr Vermögen, denn es ist Potenzial.

 

 

Machen Sie Ihre eigene Vermögensbilanz: PDF als DOWNLOAD hier: LS_Vermögens-Bilanz

 

Die Macht der Gewohnheit: Bei Geld Sparkasse

  • Warum bringen wir unser Geld zur Sparkasse?

  • Warum nehmen wir uns so wenig Zeit für Finanzentscheidungen?

  • Warum machen wir uns zwar Sorgen um unsere Rente, handeln aber nicht?

Schuld sind Gewohnheiten. In diesem Beitrag erfahren Sie

  1. wie Sie Gewohnheits-Fallen erkennen

  2. und welche Schlüsselgewohnheit Ihnen hilft, bessere Finanzentscheidungen zu treffen.

 

1. Gewohnheits-Fallen

Bei Geld Sparkasse

Warum essen wir bei McDonalds, obwohl das Essen unserer Gesundheit nicht guttut? Mc Donalds nutzt das Wissen darüber, wie Gewohnheiten entstehen:

  • Die Filialen weltweit sehen gleich aus, sind sofort zu erkennen (oft schon von weitem, das „M“).
  • Sie haben das gleiche Angebot
  • und standardisierte Abläufe.
  1. Die Filiale dient als AUSLÖSEREIZ. „Oh Papa, da ist ein Mc Donalds, ich hab‘ Hunger!“
  2. Das Anstehen in der Schlange vor uniformiertem Personal, das Auspacken des Burgers und der Verzehr sind die ROUTINE
  3. Und die satten und glücklichen Kinder die BELOHNUNG.

Es entsteht eine Gewohnheitsschleife:

Doch nicht nur Mc Donalds nutzt das Wissen um Gewohnheiten. Auch Verkäufer von Zahnpasta, Duschgel, Autos und Versicherungen nutzen dieses Wissen. Besonders erfolgreich ist die gute alte Sparkasse. „Bei Geld Sparkasse.“ Vertrauen durch Vertrautheit:

  • Sie war schon immer da.
  • Die (Groß-)Eltern sind bereits hingegangen.
  • Ein Schulfreund arbeitet dort.
  • Wenn es ungemütlich wird an den Finanzmärkten, suche ich Sicherheit bei meiner Sparkasse.
  • Da weiß man, was man hat.

Auch die Kleinen werden gleich herangeführt. Zur Geburt gibt es ein Sparbuch mit fünf Euro von der Sparkasse.

  1. AUSLÖSEREIZ: Wir bekommen Geld, wohin damit? (Fälligkeit, Erbe, Bonus)
  2. ROUTINE: Und schon laufen wir los zur Sparkasse* und kaufen ein Finanzprodukt. *oder unserem Finanzberater
  3. BELOHNUNG Es kümmert sich die Sparkasse, wir haben ein Finanzprodukt und endlich wieder unsere Ruhe.

Andere Kreditinstitute gehen ähnlich vor, doch keines so erfolgreich, wie die Sparkassen. Auch andere Marken versuchen Ihren Namen mit bestimmten Themen zu verbinden:

  • Steinschlag –> Carglass
  • Brille –> Fielmann
  • Versicherung –> „Provinizial – immer da, immer nah“ oder „eine Allianz für’s Leben“
Gerade bei Finanzen sind wir Deutsche Gewohnheitstiere. Bei Geld Sparkasse.

Nach einer Studie der comdirect wechselt nur jeder Fünfte im Leben seine Bank. Warum sind Sie bei Ihrem Finanzberater?

  • Weil er kompetent ist?
  • Weil er Sie versteht?
  • Weil er die besten Lösungen hat?

… Oder aus Gewohnheit?

 

 

Nichts aktiviert unser Belohnungssystem so sehr wie Geld.

Das was für Geld im Allgemeinen gilt, gilt für Finanzprodukte im Besonderen. Weil Geld abstrakt ist, interpretieren wir viel hinein. Es regt unsere Phantasie an. Befördert wird dieses Spiel durch das geringe Wissen zu Geld in der Gesellschaft. Geld ist allgegenwärtig, außer im Lehrplan unserer Schulen. Somit hat unsere Phantasie freien Lauf. „Wer nichts weiß, muss alles glauben“, wusste schon Marie von Ebner Eschenbach.

Wir Menschen sind nicht dafür geschaffen, mit Geld umzugehen, wie dieser Artikel aus der FAZ darstellt. Im Prozess der Evolution ist das Thema Geld extrem jung. Wäre die gesamte Menschheitsgeschichte ein Jahr, so wäre der Zeitraum seitdem wir uns mit Geld beschäftigen ein paar Stunden. Moderne Finanzentscheidungen gäbe es erst seit wenigen Minuten. Voll funktionsfähig sind hingegen noch unsere Instinkte aus der Steinzeit:

  • Fluchtinstinkt bei Risiko
  • Möglichst wenig Nachdenken, um Energie zu sparen
  • Herdentrieb
  • Nahrung sofort konsumieren
  • Gewohnheiten

 

Wie wir Nachrichten konsumieren

Die Börse tangiert die meisten Deutschen nicht. Sie sehen nur ab und an Charts mit schwankenden Kursen. Aufmerksamkeit schenken sie der Börse nur, wenn es neue Rekorde oder starke Einbrüche (Crashs) gibt. „Bad news are good news“ lautet das Motto der Presse, Sensationen verkaufen sich halt gut. Diese verzerrte Wahrnehmung, welche die Normalität (geringe Kursschwankungen) ausblendet, prägt unser Bild.

Wer sich trotz alledem an die Börse wagt neigt oft dazu, ins andere Extrem zu verfallen. Besonders ängstliche Zeitgenossen beobachten täglich die Kurse, um – ja was eigentlich? – nicht zu verpassen. Dabei sind sie einem ohrenbetäubenden Nachrichtenlärm ausgesetzt. Und stehen ständig vor dem Problem:

  • Wem glaube ich?
  • Was ist wichtig und was nicht?
  • Was bedeutet das für mich und meine Anlage?

Eine Gewohnheit, die uns stark verunsichert, wenn wir nicht ganz klare Koordinaten haben. Doch wer hat die schon?

 

Entscheiden macht Müde

Eine wahre Flut von Finanzprodukten ergießt sich laufend in den Vertrieb. Nahezu 400.000 Verkäufer von Finanzprodukten in Deutschland brauchen unentwegt Futter, um Ihre Provisionseinnahmen in Schwung zu halten. Doch wer blickt da noch durch?

Je mehr Alternativen, je schwerer zu entscheiden. Dieses Phänomen nennt sich Entscheidungsmüdigkeit. Und so wundert es nicht, dass das Ergebnis oftmals lautet:

Es war einfacher, nicht zu entscheiden.

Ein ähnliches Phänomen gibt es bei der Partnerwahl. In New York leben überdurchschnittlich viele Singles im Vergleich zur Countryside. Gründe sind die übergroße Auswahl und die hohen Ansprüche der Großstädter.

Nicht-Entscheiden kommt teuer, wenn die Zeit ins Spiel kommt. Für diese Finanzentscheidungen gilt das besonders:

  • Biometrische Versicherungen wie BU, Risikoleben, Krankenversicherung:

Sie werden wesentlich teurer, wenn Ihr Gesundheitszustand sich verschlechtert. Unter Umständen bekommen Sie keinen Versicherungsschutz mehr.

  • Altersvorsorge, Baufinanzierung: Sie können Ihr Sparziel nur noch mit deutlich höheren Beiträgen oder hohem Risiko in der Anlage erreichen.

Wer sich bei Finanzprodukten dennoch entscheidet wählt bevorzugt die Standardoption oder läuft Modethemen (Herdentrieb) hinterher.

Es war einfacher, nicht zu entscheiden. Eine Aussage, die Sie bei Ihren Finanzen teuer zu stehen kommt.

 

 

Andere tun es auch

Wenn wir unsicher sind suchen wir den Schutz der Gemeinschaft. Wir orientieren uns daran, was andere tun. Der soziale Beweis: Andere tun es auch! Er stellt eine starke Motivation dar. Auch im Finanzvertrieb gibt es Bestseller: Sparkonten, Bausparverträge und Lebensversicherungen. Alle drei mittlerweile äußerst Rendite-schwach. Auch im Fondsbereich fließt der Großteil der Gelder in wenige Bestseller-Fonds. Nur wenige halten sich dort, viele enttäuschen und werden bald wieder zugunsten neuer Hoffnungsträger verkauft.

Der Hinweis darauf, was andere tun, zählt mehr als Rechenargumente. Nicht ohne Grund informiert uns Amazon nach jedem Kauf

„Kunden die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch …“

Diese Gewohnheit ist manipulationsanfällig. Was andere unserer Meinung nach tun ist wichtiger, als was sie wirklich tun. Wir schließen von Statussymbolen auf Erfolg und Geld. Dabei sind die dicksten Autos meist geleaste und manche Prachtvilla oder Jacht auf Pump erworben. Wir sehen nur den äußeren Schein. (Ein Vorteil meiner Zeit in der Bank, ein Blick hinter die Kulissen).

 

Herausforderung Altersvorsorge

Wir nehmen uns, was wir wollen, wann wir es wollen (jetzt), und verschieben auf morgen, womit wir uns heute nicht belasten wollen. Zur Not auf Kosten der nächsten Generation und sogar unserer eigenen Zukunft.

Hier ist wieder unser Belohnungssystem aktiv. Wie schwer es fällt, diesem Impuls nicht zu folgen, sehen Sie in diesem Video vom berühmten Marshmallow Test. Schauen Sie rein.

Bei langfristigen Finanzentscheidungen – wie der Altersvorsorge – kommt erschwerend hinzu, dass es uns schwer fällt, uns mit unserem eigenen Ich in der Zukunft zu identifizieren. Walter Mischel, der Psychologe, der den Marshmallow Test erfand, ließ Probanden über fremde Menschen, über sich heute und sich selbst in der Zukunft nachdenken. Dabei hat er Ihre Gehirnströme gemessen. Er kam zu dem Ergebnis: Wenn wir über uns selbst in der Zukunft nachdenken ähnelt das mehr dem Nachdenken über Fremde.

 

2. Schlüsselgewohnheit

Gewohnheiten haben das Potenzial unser Leben zu verändern, deshalb sprechen wir auch von der Macht der Gewohnheit.

Wir besitzen die Fähigkeit, uns selbst zu beobachten

Kennen Sie Ihre Gewohnheiten bei Finanzen?

Beobachten Sie Ihr eigenes Verhalte:

  • Welche Routinen haben Sie?
  • Welche davon sind nützlich?
  • Welche schaden Ihnen langfristig eher?

Tauschen Sie sich dazu mit Ihrem Partner oder einem Coach aus. Einige Anregungen hierzu finden Sie nachfolgend:

 

Achten Sie darauf, wie Sie Finanzentscheidungen treffen

Eine der teuersten Gewohnheiten in Sachen privater Finanzen ist es, situativ zu handeln statt geplant. Sie bekommen Geld oder brauchen Geld? Schon laufen Sie los in Ihre Sparkasse oder zum nächstbesten Finanzberater und lassen sich ein Finanzprodukt empfehlen. Nicht selten erhalten Sie Produkte, die vor allem eines sind, teuer.

  • Suchen Sie eine Schlüsselgewohnheit in Sachen privater Finanzen – also eine Gewohnheit, die die Macht hat Ihr Leben zu verändert? Dann gewöhnen Sie sich an, erst einen Finanzplan zu erstellen, bevor Sie Finanzprodukte einkaufen gehen. Das verändert das Spiel. Nur wer ein Ziel hat, hat Orientierung.
  • Eine sinnvolle Routine wäre es analog der Inspektion beim Auto jährlich den Plan zu überprüfen. Stimmen noch alle Prioritäten und Annahmen?
  • Nehmen Sie sich Zeit für Finanzentscheidungen. Wichtiges zu entscheiden erfordert, dass Sie hellwach statt entscheidungsmüde sind. Lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.
Diese Gewohnheit ist der Schlüssel zum Erfolg bei Ihren privaten Finanzen.

 

Nutzen Sie Gewohnheiten für Ihre Ziele

Eine „schlechte“ Gewohnheit ist es, sich am Nachbarn zu orientieren. Finden Sie heraus, was Ihnen wichtig ist. Leben Sie Ihr Leben und nicht das anderer Leute.

Nutzen Sie die Macht der Gewohnheit für Ihre Ziele. Automatisieren Sie, was Sie entschieden haben. Richten Sie sofort einen Dauerauftrag ein oder lassen Sie die Raten abbuchen. Einige Banken bieten ein sogenanntes Ultimo Sparen. Dort wird das, was vor dem nächsten Gehaltseingang auf dem Konto übrig ist aufs Sparkonto gebucht. So ist es zwar verfügbar, aber nicht in Ihrem Blickfeld auf dem laufenden Konto.

 

Wie man kluge Entscheidungen anstößt

Natürlich hilft es auch, sich Finanzwissen anzueignen. Lesen Sie gezielt ein Buch oder bestimmte Artikel und versuchen Sie, nicht jede Nachricht aufzuschnappen. Einfaches Basiswissen bringt Sie weiter als der Dax-Stand von heute. Er ist morgen bereits veraltet.

Auch die Poltik weiß um die Macht der Gewohnheit. In der politischen Diskussion gibt es die Idee des Nudging. Diese Idee stellten Richard H. Thaler und Cass R. Sunstein 2008 in Ihrem Buch „Nudge – Wie man kluge Entscheidungen anstößt“ vor. Sie plädieren dafür, die Erkenntnisse der Verhaltensforschung zu nutzen, um Verbraucher zu bestimmten Entscheidungen zu bewegen. Wie eine Regel formuliert wird hat entscheidenden Einfluss. Ein Beispiel: In Deutschland ist die Organspende freiwillig. Politiker rufen auf, einen Organspende-Ausweis zu tragen. 10% der Deutschen haben einen. In Norwegen hingegen ist jeder per Gesetz Organspender – es sei denn, er widerspricht. Ergebnis 90% sind Organspender. Der wesentliche Unterschied in Deutschland müssen Verbraucher aktiv werden, um Organspender zu werden, in Norwegen werden sie es indem sie nichts tun.

Nutzen auch Sie Ihr Wissen über Gewohnheiten, um Ihre Trägheit zu überlisten. Kommen Sie ins Tun. Und schenken Sie Ihren Finanzen etwas mehr Aufmerksamkeit. Sie werden sehen, es lohnt sich.

Und brechen Sie vor allem eine schlechte Gewohnheit in unserer Gesellschaft:

Über Geld spricht man nicht!

Wir schon!

 

Welche Erfahrung mit Gewohnheiten in Sachen privater Finanzen haben Sie gemacht? Haben Sie Fragen oder gute Ratschläge für Ihre Mitstreiter?

 

 

 

So machen Ihre Finanzen Sinn

„Mir fehlt der Sinn für Finanzen. Ich kann damit nichts anfangen.“ Vielen Menschen fehlt eine Beziehung zu Geld und Ihren Finanzen.

 

Wer will es Ihnen verübeln? Über Geld redet man nicht. In der Schule lernt man nichts darüber und die Nachrichten sind voll von Skandalen, Schulden und so merkwürdigen Dingen wie Negativzinsen. Wer blickt da noch durch?

„Sinnvoll ist, was uns wirklich berührt.“   Natalie Knapp

 

Was hat das mit mir zu tun?

Diese Frage ist der Schlüssel um eine Beziehung aufzubauen. Und nur, wenn ich eine Beziehung zu einem Thema habe, kann ich es verstehen. Beginnen wir mit dem Geld. Am Geld kommt niemand vorbei. Wir alle gehen täglich damit um und haben es in der Hand, wie wir dies tun:

  • achtsam
  • unbewusst
  • machtbewusst
  • ängstlich
  • ablehnend

um nur einige Möglichkeiten zu nennen. Unser Umgang mit Geld bestimmt, ob wir es anziehen oder abstoßen, ob wir es festhalten oder weitergeben oder ob es uns unter den Fingern zerrinnt. Wer sich anschaut, wo überall Geld im Spiel ist, der gewinnt leicht den Eindruck, dass es im Leben fast immer um Geld geht. Doch wer genauer hinsieht, der erkennt, dass es eigentlich nie um Geld geht. Sondern um starke Emotionen. Nirgends wird das so offensichtlich wie bei Scheidungen und Erbstreitigkeiten. Oft wird bis auf das Messer um jeden Euro gekämpft, aber dahinter stecken verletzter Stolz, enttäuschte Liebe, Ängste, Neid und Missgunst. All das projizieren wir auf Geld. Genauso wie unsere Wünsche und Hoffnungen.

Im Leben geht es fast immer ums Geld, doch schaut man genau hin geht es nie um Geld.

 

Was zählt im Leben?

Den klarsten Blick für den Sinn des Lebens haben Sterbende. Kennen Sie dieses Buch?

Fünf Dinge, die Sterbende am meisten bedauern

Ich zitiere die Autorin Bronnie Ware. Sie hat Sterbende begleitet und Ihre Erfahrungen zusammengefasst:

  1. „Ich wünschte ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben.“
  2. „Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet.“
  3. „Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.“
  4. „Ich wünschte mir, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden aufrechterhalten.“
  5. „Ich wünschte mir, ich hätte mir erlaubt, glücklicher zu sein.“

In keinem dieser fünf Dinge kommt Geld direkt vor. Es geht um Beziehung, zu mir, zu anderen Menschen, zum Leben. Und dennoch spielt Geld eine wichtige Rolle, weil es so allgegenwärtig ist. Weil das Geld ein Spiegel unserer selbst ist, brauchen wir zu Geld eine gute Beziehung.

 

Warum ist Geld wichtig für Sie?

Menschen, denen ich diese Frage stelle sind regelmäßig überrascht und schauen mich fragend an. Das meint der nicht im Ernst? Als Finanzmensch?

Bleibe ich hartnäckig, erhalte ich Antworten wie:

  • Geld bedeutet für mich Freiheit
  • Geld gibt mir Sicherheit
  • Geld bedeutet Unabhängigkeit
  • Wir wollen ein Haus bauen
  • Geld bedeutet Erfolg

Wirkungsvolle Fragen sind solche, bei denen der Gefragte nicht gleich eine Antwort weiß. Spontanen Antworten sind oft vorgefertigt. Nicht selten geben Sie wieder, was man so sagt. Sie spiegeln gesellschaftliche Konventionen wieder, kommen aber selten aus dem Herzen. Deshalb frage ich nach: „Was bedeutet für Sie Freiheit, Sicherheit, ein Haus?“ „Was ist anders als heute, wenn sie ein Haus haben? Welchen Unterschied macht das konkret für Sie?“ So nähern wir uns Schritt für Schritt dem Kern. Oft sind wir uns gar nicht bewußt, was wir wirklich wollen. Ich nenne es, das Ziel hinter dem Ziel.

Vordergründige Ziele kosten wertvolle Energie. Sinnvolle Ziele geben uns Energie. Wer glaubt, dass Geld ihm Sicherheit gibt, der wird viel Energie darauf verwenden, einen hohen Geldbetrag zu sparen. Ich habe immer wieder erlebt, dass dieser hohe Geldbetrag, wenn er erreicht ist, genau das Gegenteil von dem auslöst, was erhofft war. Statt ein Gefühl der Sicherheit schleicht sich Angst ein, das Geld (und damit die Sicherheit) wieder zu verlieren. Ein unsicherer Mensch bleibt ein unsicherer Mensch – mit und ohne Geld. Wahre Sicherheit kommt von innen.

 

Geld und Leben im Einklang

Häufig erlebe ich diese beiden Phänomene:

  • Ich treffe auf reflektierte Menschen, die sich mit der Frage, was Ihnen im Leben wichtig ist, intensiv auseinander setzen. Oft haben Sie aber keinen Zugang zum Thema Geld und zur Zahlenwelt der Finanzen.
  • Andere sind so mit Ihrem operativen Alltag beschäftigt, dass Sie die Frage, was ihnen wichtig ist, völlig verblüfft. Sie kennen sich oft sogar bei Finanzen recht gut aus und wissen viele Details. Die Frage, wofür Sie das tun, können Sie aber nur oberflächlich und technisch beantworten: gute Rendite, Altersvorsorge, Steuern sparen.

Ziele, die Menschen wirklich wichtig sind, haben eine andere Qualität:

  • Zeit für sich, für Partner, für Familie und Freunde haben.
  • Viele Menschen haben Herzensprojekte, wie ich es nenne.

Bringt Sie Ihr Finanzziel Ihrem Lebensziel näher?

 

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Ihre Finanzziele machen dann Sinn, wenn Sie im Einklang mit Ihren Lebenszielen sind.

 

Wie finde ich heraus, was mir wichtig ist?

 Durch Beobachten:

  • Was uns wirklich wichtig ist, löst Emotionen aus. Wir sind erfüllt davon oder tief berührt. Dies können Sie sehen oder spüren:
  • Wann weitet sich die Brust?
  • Wovon können Sie stundenlang erzählen, ohne zu ermüden?
  • Was gibt Ihnen Energie?
  • Wo sind Sie in Ihrem Element?
  • Wonach sehnen Sie sich?

Folgen Sie den falschen Zielen, entsteht Spannung, die sich oft körperlich äußert (typisch Magen, Schulter, Blutdruck). Eine Dissonanz entsteht beispielsweise, wenn Sie etwas gegen Ihre Überzeugung tun (müssen).

 

Indem Sie darüber sprechen:

Mit Ihrem Partner, mit sich selber oder mit Ihrem Berater. Im Gespräch wird vieles klarer. In einer Partnerschaft braucht es gemeinsame Ziele und Freiraum für eigene Bedürfnisse. Suchen Sie sich einen Ort, wo Sie keiner stört. Nicht im Büro oder der Küche. Bewegung kann den Gedanken und dem Gespräch förderlich sein. Gehen Sie spazieren.

Durch Coaching: Ein Coach begleitet Sie professionell durch den Reflektions-Prozess. Mit wirkungsvollen Fragen und Interventionen verändert er Ihre Perspektive auf Ihr Problem und hilt Ihnen damit, Ihre Lösung zu finden. Coaches sind geschulte Beobachter. Dadurch, dass der Coach Ihnen Ihr Verhalten zurückspiegelt wird, wird Ihnen dies bewusst. So gibt ein Coach beispielsweise Feedback: „Ich habe beobachtet, dass Sie, als Sie über dieses Thema sprachen lebhaft wurden. Sie haben sich aufgerichtet und mir in die Augen geschaut. Bei dem anderen Thema, waren Sie in sich gekehrt.“ Das sind wichtige Hinweise. Wir sind oft so mit unseren Themen beschäftigt, dass uns beobachtbares Verhalten, nicht bewusst ist.

 

Wie finde ich heraus, was meinem Partner wichtig ist?

Finanzentscheidungen betreffen in einer Partnerschaft beide Partner und Ihr gemeinsames Leben.

Viele Paare haben einen „Finanzminister“, wie ich es nenne. Ein Partner überlässt, Finanzentscheidungen dem, der sich besser auskennt oder der das Geld verdient. Gerade, dann ist es wichtig und eine große Chance, darüber zu sprechen, was Ihnen wirklich wichtig ist und was Ihre Finanzziele damit zu tun haben. So verbinden sich beide Partner über die Ziele, ohne dass beide „Finanzexperten“ sein müssen.

Überraschungen inbegriffen. Wir leben mitunter Jahrzehnte lang zusammen, ohne zu wissen, wonach der andere sich sehnt:

  • ein Unternehmen zu Gründen
  • Kinder zu bekommen oder wieder in den Beruf einzusteigen
  • ein eigenes Heim oder ein Umzug in eine größere/kleinere Wohnung
  • den Kindern oder seinen Eltern nahe zu sein.
  • Herzensprojekte wie große Reise, ehrenamtliches Engagement oder ein Buch schreiben.

Solche Gespräche fallen nicht immer leicht, insbesondere, den richtigen Zeitpunkt und Rahmen zu finden. Daher kann es sinnvoll sein, sich professionelle Unterstützung zu holen.

 

Klarheit für die Umsetzung in die Praxis

Wenn Sie herausgefunden haben, was Ihnen im Leben wichtig ist, dann können Sie Ihre Ziele und Ihre Finanzentscheidungen darauf ausrichten. Fragen Sie sich einfach:

„Bringt diese Finanzentscheidung mich weiter in Bezug auf das, was mir wichtig ist?“

… und nicht

  • weil es andere tun, weil man es so tut oder Sie einem Impuls folgen (Wunsch, Tipp, Laune).

So gewinnen Sie Klarheit und die Schritte ergeben sich ganz logisch, wenn Sie den Weg in der richtigen Reihenfolge gehen.

 

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Lebensziele und Finanzziele sowie die Beziehung zu Geld sind der Kern von Finanzcoaching.

Finanzziele und Strategie sind der Kern der Finanzplanung.

Finanzplaner haben einen Spruch, der lautet „Finanzplanung ist Lebensplanung„. Die Herausforderung besteht darin, die Beziehung zwischen Geld und Leben herzustellen.

 

„Es ist kaum möglich etwas zu verstehen, zu dem wir keine Beziehung aufbauen.“  Natalie Knapp

 

Was denken Sie?

 

Stress: Bringt Ihr Geld Sie um den Schlaf?

Können Sie schlecht schlafen? Stress, Schlafstörungen, Verspannungen, Magenkrämpfe, steife Schulter, Antriebsschwäche – ist Ihnen in den Sinn gekommen, dass das mit Geld zu tun haben könnte?

Geld-Stress: Warum bringt Geld Menschen um den Schlaf? Das können Sie dagegen tun. Mehr erfahren:

 

Jeder lebt in seiner Welt

Als Geldlehrer in der 10. Klasse frage ich meine Schüler: „Was glaubt Ihr, bei welchen Menschen verursacht Geld Stress?“ Unisono antworten alle: Ist doch klar, Menschen mit Schulden. Dann erzähle ich ihnen meine Geschichte:

Als junger Bankkaufmann in den 80ger Jahren kam ich in die Abteilung für Vermögensanlage. Dort bediente ich eine vermögende Witwe. Sie löste Zinskupons im Wert von heute 10.000 Euro, ein. „Nicht schlecht“ dachte ich bei mir: “Die hätte ich auch gerne.“ Doch statt einer glücklichen Kundin saß vor mir ein Häufchen Elend und jammerte nur: „Ach Herr Schmidt, es ist furchtbar. So ein Stress. Jetzt muss ich schon wieder eine Entscheidung treffen, was ich mit dem Geld anfange.“

Ich verstand die Welt nicht mehr. Heute weiß ich, ich habe die Welt der Kundin nicht verstanden. In meiner Welt waren 10.000 Euro Zinsen eine Chance, in Ihrer Welt eine Bürde. Geld garantiert weder Wohlbefinden noch guten Schlaf.

 

Warum bringt Geld Menschen um den Schlaf?

 1. Echte Not

Wenn es objektiv hinten und vorne nicht reicht und Menschen nicht wissen, wovon Sie leben sollen. Das ist objektiv ein großes Problem, dass ich in diesem Artikel jedoch nicht behandele. Mir geht es hier um die individuell empfundenen Probleme.

 

  1. Geld als Spiegel unserer Seele

Geld macht etwas mit uns. Wenn Geld ins Spiel kommt, verändert sich etwas. Wenn es um den Preis geht, um ein Erbe, eine Gehaltserhöhung, die Frage wer mehr verdient … All diese Themen lösen etwas aus. Sie führen zu Stress und Spannungen. Sie vergiften die Atmosphäre. Warum reagieren wir so sensibel auf Geld und agieren oft so unsensibel damit? Die verblüffende Antwort lautet: Weil es gar nicht um Geld geht.

Warum reagieren wir sensibel auf Geld und agieren unsensibel damit? Weil es gar nicht um Geld geht.

 

Geld dient als Projektionsfläche unserer Hoffnungen, Sehnsüchte genauso wie unserer Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Wir machen unser Glück an Geld fest:

  • Wenn ich eine Million hätte, dann wäre ich wer.
  • Wenn ich mehr verdiene als mein Bruder, dann ist mein Vater stolz auf mich.
  • Wenn ich keine Gehaltserhöhung bekomme, bin ich ein Versager.
  • Wenn mein Kunde meinen Preis nicht akzeptiert, ist das mangelnde Wertschätzung.

Sie erkennen leicht, – so Sie nicht selber betroffen sind – dass es sich um Hoffnungen und Befürchtungen handelt. Was tatsächlich ist, kann sich davon erheblich unterscheiden. Nachts macht sich der Stress durch Schlafstörungen bemerkbar. Wir kommen nicht zur Ruhe, wälzen Probleme oder träumen schlecht und schlafen unruhig.

 

  1. Rastlosigkeit

Der schnellste Weg unglücklich zu sein, ist es, sich mit anderen zu vergleichen“

Geld verbinden wir mit Leistung. Es dient dem Vergleich.

  • Wer bekommt mehr!
  • Wer hat mehr!
  • Wer ist mehr?

Entscheidungen bringen viele um den Schlaf. Sich für A zu entscheiden, bedeutet B abzuwählen. Was aber, wenn B doch besser gewesen wäre oder ein noch besseres C auftaucht? Zufriedenheit stellt sich so nicht ein. Statt dessen Unruhe, Unsicherheit, Stress und Rastlosigkeit.

 

  1. Verlustaversion

Wer in der Forbes-Liste der reichsten Menschen auf Platz Fünf steht muss nicht nur mit dem unerträglichen Gedanken klar kommen, dass noch vier vor ihm sind. Er muss auch fürchten, zurückzufallen und Vermögen zu verlieren. So denken nicht nur Superreiche. Gerade im Mittelstand ist die Angst vor Wohlstandsverlust und ein Abrutschen weit verbreitet.

Verluste wiegen doppelt. So hat Daniel Kahneman in seinem Buch „Schnelles denken, langsames Denken“ herausgefunden. Ein Verlust wiegt doppelt so stark wie ein Gewinn.

Wir meiden daher Verluste. In Form von Befürchtungen durchleiden viele Menschen Verluste, die gar nicht eingetreten sind.

 

  1. Kontrollverlust

Finanzthemen sind komplex und abstrakt. Sie zu verstehen fällt vielen schwer.

Viele Probleme der Komplexität sind hausgemacht. Wir kaufen Finanzprodukte, die wir nicht kennen, nicht verstehen und nicht einschätzen können.

  • Weil Sie im Trend sind,
  • weil Sie angeboten werden,
  • weil Sie ein „Schnäppchen“ sind,
  • weil andere Sie auch haben,
  • weil sie Steuern sparen,
  • weil man ja was tun muss, …

Zu selten kaufen wir Finanzprodukte, weil wir ein Ziel haben und ein Konzept und diese Finanzprodukte dies gut umsetzen. Der Preis ist Kontrollverlust. Auch wenn wir es verdrängen. Unser Unterbewusstsein registriert das dünne Eis auf dem wir uns bewegen.

 

Was können Sie tun gegen Geld-Stress?

 

  1. Nehmen Sie körperliche Symptome ernst

Kein Geld der Welt ist es wert, davon krank zu werden. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Zeigen sich bereits gravierende Stress-Symptome, suchen Sie Hilfe bei einem Therapeuten.

 

  1. Klären Sie Ihre Beziehung zu Geld

Werden Sie sich bewusst, was Geld für Sie ist. Welche Glaubenssätze prägen Ihr Handeln und Ihre Gedanken. Unsere Einstellung zu Geld wird in der Kindheit geprägt. „Über Geld redet man nicht.“ Sagt ein Sprichwort. Doch Kinder haben feine Antennen. Immer wenn Geld ins Spiel kommt, verhalten sich die Erwachsenen anders. Das prägt.

Wie viele Glaubenssätze über Geld schleppen Sie mit?

 

  1. Klären Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft

Finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes Persönlichkeitsmerkmal. Treffen Sie Finanzentscheidungen, die zu Ihrer persönlichen Risikobereitschaft passen. Versuchen Sie nicht Ihre Risikobereitschaft den getroffenen Entscheidungen anzupassen.

Treffen Sie Finanzentscheidungen mit einem Partner? Haben Sie die gleiche Risikobereitschaft? Das ist die Ausnahme. Häufiger gibt es deutliche Unterschiede. Klären Sie, wie Sie damit umgehen:

  • Getrennte Kassen
  • Bewusster Kompromiss
  • Risikobegrenzung beim Einsatz
  • Absicherungsstrategien

Klären Sie das nicht, wird das Geldproblem zum Beziehungsproblem.

 

  1. Halten Sie die Dinge einfach

Was ist das Wesentliche? Was wollen Sie erreichen?

Passen Sie auf, dass es Ihnen nicht so geht wie mir bei meinem ersten Smart Phone. Ich brauchte nur ein neues Handy zum Telefonieren. Der Verkäufer zeigte mir lauter tolle Funktionen. Am Ende hatte ich ein Handy was viele tolle Dinge kann, nur die Sprachqualität war mies. Ich hatte mein Ziel aus dem Fokus verloren.

Treffen Sie eine Grundsatzentscheidung mit der Sie gut leben können. Und entscheiden Sie falls erforderlich in einem zweiten Schritt was Sie optimieren. Bedenken Sie, dass Optimierung oft die Komplexität erhöht. Kontrollverlust droht.

 

  1. Erweitern Sie Ihre Handlungsoptionen

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

Wer glaubt, ein Problem lösen zu können, indem er alles so weiter macht wie bisher, der irrt. Je mehr Handlungsoptionen Sie haben, je angemessener können Sie auf Situationen reagieren. Handlungsoptionen geben Ihnen Freiheit und eröffnen Chancen. Sie erhöhen Ihr Selbstwertgefühl. Sie gewinnen Zuversicht, auch mit unerwarteten Situationen klar zu kommen. Wer an alle Probleme gleich rangeht, ist beschränkt in seinen Möglichkeiten und fürchtet sich zu Recht vor unerwarteten Situationen.

In Bezug auf Geld bedeutet dies, sowohl sparsam sein zu können als auch großzügig. Geld bewusst zu empfangen und bewusst auszugeben. Der Geizige kann nur Festhalten. Dem Verschwenderischen zerrinnt das Geld in den Fingern.

 

  1. Verschaffen Sie sich Überblick

Dazu dient eine Finanzplanung. Sie beginnt mit einer Bestandsaufnahme

  • der Personen und Beziehungen
  • der Vermögenswerte
  • der Zahlungsströme
  • der Chancen und Risiken.

Zuerst Ihre Ziele, es folgt eine Analyse und dann ein Konzept. Die Umsetzung ist unabhängig hiervon.

 

Was ist Ihr Stress-Faktor bei Geldthemen? Wie gehen Sie damit um?