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Warum private Finanzen selbst Unternehmer herausfordern

Private Finanzen sind eine Herausforderung. Erstaunlicherweise geht es selbst im Job erfolgreichen Menschen so. Sogar Unternehmer und Manager tun sich schwer, obwohl sie es gewohnt sind Finanzentscheidungen zu treffen. Was ist bei privaten Finanzen anders? Folgendes Verhalten habe ich beobachtet:

 

  1. Planlos drauflos

Eine solide Planung ist im Business selbstverständlich. Kein Unternehmen, keine Verwaltung agiert ohne Plan.

Jeder Unternehmer hat einen Businessplan, doch viel zu wenige haben eine private Finanzplanung.

 

In angelsächsischen Ländern ist es üblich, zum Financial Planner zu gehen. Finanzplaner analysieren die Situation und zeigen Wege auf, wie Sie Finanzziele erreichen. Dabei geht es nicht um konkrete Produktempfehlungen, sondern um Konzepte. Damit unterscheidet sich diese Tätigkeit deutlich von der Finanzberatung, die Kunden überwiegend in Deutschland erleben. Da Banken, Versicherungen und Finanzberater von Produkt-Provisionen leben, stehen Finanzprodukte im Fokus. Doch auch in Deutschland gibt es zertifizierte Finanzplaner nach internationalem Standard – Certified Financial Planner (CFPs).

Natürlich wird kein Plan je genauso umgesetzt. Dafür hält das Leben zu viel Überraschendes bereit. Der Wert einer Planung besteht nicht im Plan, sondern vielmehr im Prozess der Planung. Wenn wir planen, machen wir uns Gedanken über:

  • Unsere Ziele
  • Unsere Position
  • Unsere Präferenzen
  • Konsequenzen und Auswirkungen
  • Mögliche Risiken
  • Szenarien
  • Alternativen
Private Finanzplanung: Zu planen bedeutet, vorbereitet zu sein und zielgerichtet zu agieren.

 

  1. Kontrollverlust

Unternehmer beteiligen sich an anderen Unternehmen. Übernahmen, Fusionen und Joint Ventures sind nichts Ungewöhnliches im Geschäftsalltag. Auch Privatanlegern werden Beteiligungen an Flugzeugen, Schiffen, Containern, Immobilien und Private Equity in Form geschlossener Fonds angeboten. So mancher Unternehmer hat mit solchen privaten Anlagen viel Geld verloren.

Deutsche Anleger haben Milliarden mit Schiffsfonds und Beteiligungen versenkt.

 

Wie kann das sein?

Wenn sich ein Unternehmen an einem anderen Unternehmen beteiligt, treibt der Käufer einen großen Aufwand, dieses zu durchleuchten. Due Diligence heißt das Stichwort: Einsicht in Geschäftsbücher, Recherche im Markt, Gutachten von Sachverständigen. Um ihren Einfluss zu sichern, legen Käufer Wert auf die Mehrheit und entsenden Manager und Spezialisten in das übernommene Unternehmen, um Kontrolle auszuüben.

Auf diese Kontrolle verzichten Anleger bei Beteiligungen komplett. Ihr Anteil ist einer von vielen, Beschlüssen der Mehrheit müssen sie sich beugen. Einsicht in Bücher oder Mitspracherechte – Fehlanzeige. Und als i-Tüpfelchen, der Verzicht auf Liquidität. Es gibt keine Börse für geschlossene Fonds, lediglich ein sogenannter Zweitmarkt.

Drum prüfe, wer sich ewig bindet. Beteiligungen für Privatanleger: Hochglanzprospekt statt Due Diligence.

 

Der Vergleich macht deutlich, auf welchem schmalen Grad sich Käufer auf Basis eines Hochglanzprospekts bewegen. Ich spreche aus eigener Erfahrung sowohl als Käufer wie als Verkäufer von Beteiligungen (in meiner Zeit bei der Bank). Die Erfahrung lehrt mich, die Finger von geschlossenen Fonds zu lassen. Ich kann den Aufwand einer ausreichenden Prüfung nicht leisten und sehe den wichtigen Anlage-Grundsatz verletzt, stets Handlungsfähigkeit zu bewahren.

Kommen noch weitere Faktoren hinzu, wie hohes Klumpenrisiko und rechtliche Verpflichtungen, wie Nachschusspflichten, kann es im Ernstfall bedrohlich werden. Geschlossene Fonds sind – wenn überhaupt – nur für Privatanleger geeignet, die den Totalausfall verkraften können.

Wer sich hingegen über breit gestreute offene Investmentfonds in Aktien an Unternehmen beteiligt, verfügt über drei entscheidende Vorteile:

  • Risikostreuung als Grundprinzip
  • Handlungsfähigkeit durch tägliches Rückgaberecht zum aktuellen Kurs oder Verkauf über die Börse
  • Rechtlicher Schutz durch Sondervermögen

 

  1. Bei Geld setzt der Verstand aus

Es ist es etwas völlig anderes, als Manger Finanzentscheidungen zu treffen oder als Privatanleger. Für andere zu entscheiden, ist eine andere Herausforderung als für sich selber. Ich möchte nicht urteilen, was schwieriger ist. Fakt ist, es ist anders – vor allem emotional.

Manager sind oft eingebunden in Gremien und ihnen stehen Fachabteilungen zur Seite. Entscheidungen werden intensiv geprüft. Es ist zu bedenken, wie diese auf Anteilseigner, Öffentlichkeit und Belegschaft wirken. Privat entscheiden wir (zu) oft situativ, aus dem Bauch heraus. Nicht selten unter Zeitdruck – selbstgemachter Stress, da wir uns keine Zeit nehmen, oder bewusst herbeigeführter Stress durch Verkäufer, die uns drängen.

Die Gefahren sind vielfältig. Es gibt einen eigenen Forschungszweig, die Behavioral Finance. Er untersucht wie sich Emotionen auf unsere Entscheidungen auswirken. Zwei Beispiele:

Overconfidence Bias

Wir überschätzen unsere Fähigkeiten, wie beim Kauf von geschlossenen Fonds gesehen. Unsere Zuversicht in unsere Fähigkeiten steigt je öfter wir erfolgreich sind, obwohl womöglich ganz andere Faktoren ausschlaggebend sind (Glück, lange Haussephase). Privatanleger sind kleine Fische in einem Haifischbecken. Dafür steht stellvertretend dieses Zitat:

„Du bist nicht Warren Buffet“ Tony Robbins

Was Warren Buffet mit enormem Aufwand, bewundernswerter Disziplin und mittlerweile einzigartiger Ressourcen gelungen ist, das können Privatanleger nicht nachmachen. Oder verfügen Sie über Ressourcen substanzielle Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen zu erwerben?

Verzerrte Wahrnehmung

Jede Finanzentscheidung ist mit einem Risiko verbunden. Die Einschätzung des Risikos hängt von unserer Wahrnehmung ab – aber können wir uns darauf verlassen?

Seltene Risiken wie Terroranschläge überschätzen wir dramatisch, schleichende Risiken wie Übergewicht unterschätzen wir. Crashs bleiben im Gedächtnis haften, Phasen niedriger Volatilität nicht. Was heute geschieht erscheint uns bedeutender als was vorgestern war.

Während wir Verzerrungen in der Wahrnehmung bei anderen beobachten, fällt es uns gleichzeitig schwer, sie bei uns selber zu erkennen.

 

FAZIT:

Private Finanzentscheidungen sind eine Herausforderung. Wir können sie meistern, wenn wir uns ihrer bewusst sind. Es hilft, sich Zeit zu nehmen, zu planen und Schritt für Schritt vorzugehen. In Begleitung fällt es leichter als allein.

Meine Finanz-Coach Kollegin Kornelia Rendings aus Bremen hat sich Gedanken gemacht, wie es nicht so schwer sein muss mit den privaten Finanzen.

 

Wie sind Ihre Erfahrungen?

 

 

Frühjahrsputz-Aktion: Erstellen Sie Ihre Vermögensbilanz

Kennen Sie Ihr Vermögen? Vielen fällt die Antwort auf diese Frage erstaunlich schwer. Doch wer nicht weiß, wo er steht, dem fehlt Orientierung. Daher gehört zum Frühjahrsputz die Inventur. Wir erstellen eine Vermögensbilanz.

Weiter geht’s beim Frühjahrsputz für Ihre Finanzen. Nach Konto und Verfügungen, widmen wir uns heute dem Vermögen.

Die klassische Vermögensaufstellung

Es handelt sich um eine Inventur aller Vermögenswerte und Verbindlichkeiten. Listen Sie zunächst alle Ihre Vermögenswerte auf. Also alles, was Sie besitzen. Es klingt einfach und ist es auch – im Prinzip. Der Teufel steckt im Detail, insbesondere in der Bewertung, also der Frage: Was ist mein Vermögensgegenstand heute wert?

Wichtig ist ein Bewertungs-Stichtag. Es handelt sich um einen Status. Einige Vermögensgegenstände verändern rasch Ihren Wert. Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden, haben stark schwankende Preise. Ein Auto verliert mit dem ersten gefahrenen Kilometer stark an Wert. Bei anderen Vermögensgegenständen erweist es sich als schwierig einen aktuellen Wert zu ermitteln. Bei Immobilien oder Beteiligungen erfolgt dies durch Bewertung. Dazu sind mitunter Gutachten von Sachverständigen erforderlich.

 

Wozu brauchen Sie eine Vermögensbilanz?

Eine Vermögensbilanz ist eine Momentaufnahme. Wozu brauchen Sie das?

  • Um sich einen Überblick zu verschaffen.
  • Um zu messen, ob Ihr Vermögen zu- oder abnimmt und wie stark.
  • Für rechtliche Vorgänge wie
    • Erbauseinandersetzung (Vermögen zum Todestag) oder Schenkungen
    • Scheidung (Anfangsvermögen, Zugewinn)
  • Für das Finanzamt, das eine Bemessungsgrundlage braucht, um die Steuer zu berechnen:
    • Vermögenssteuer (in Deutschland aktuell nicht erhoben)
    • Erb- und Schenkungssteuer
Wer sich einen Überblick über sein Vermögen verschaffen möchte, braucht eine Vermögens-Bilanz.

 

Im Rahmen unserer Frühjahrsputzaktion geht es uns lediglich darum, dass Sie sich einen Überblick verschaffen. Das ist weit weniger kompliziert, als rechtliche oder steuerliche Fragen. Deshalb begnügen wir uns auch immer da, wo ein hoher Aufwand nötig wäre, den Wert zu ermitteln, damit zu schätzen. Das gilt für den Wert Ihrer selbstgenutzten Immobilie. Solange Sie nicht planen, diese zu verkaufen oder verschenken, lohnt der Aufwand einer Bewertung nicht.

Wie stark Ihr Vermögen zu- oder abnimmt ermitteln Sie indem Sie Ihr Vermögen in Euro zu verschiedenen Terminen vergleichen. Die wichtigste Grundregel ist das Prinzip der konsistenten Messung. Einfach gesagt: Gehen Sie immer gleich vor:

  • gleiche Währung
  • gleicher Stichtag
  • gleiche Informationsquelle
  • gleiche Berechnungsmethode

Um sich einen ersten Überblick zu verschaffen, können Sie bei den einzelnen Vermögenswerten so vorgehen:

 

Vermögensgegenstände (Assets)

Bargeld:

  • Zählen

Kontoguthaben, Bausparverträge:

  • Kontoauszüge

Lebens- und Rentenversicherungen:

  • Rückkaufswerte (jährliche Standmitteilung)

Wertpapiere:

  • Depotauszüge (Kurswerte)

Beteiligungen und geschlossene Fonds:

  • Nominalwert oder Null (keine Börsenkurse)

Immobilien:

  • Schätzung
  • Bei vermieteten Immobilien ggf. Makler fragen w/kostenlos

Goldbarren oder Münzen:

Autos:

  • Schwacke-Liste

Oldtimer, Schmuck, Kunstgegenstände:

  • Null

Ich empfehle Ihnen, zum Zweck der ersten Übersicht, einige Werte mit Null anzusetzen. Das entspricht dem Vorsichtsprinzip. Sollten Sie dort einen Wert einsetzen, informieren Sie sich bitte sorgfältig, ob er realistisch ist. Wenn es Ihnen wichtig ist, den Wert eines Assets genauer zu bestimmen, sollten Sie sachverständigen Rat einholen.

 

Sind Autos und die eigengenutzte Immobilie Vermögenswerte?

Vielleicht kommt Ihnen diese Frage seltsam vor. Sie entspringt einer anderen Sichtweise, als üblich. Robert T. Kiyosaki ist ein sehr erfolgreicher Unternehmer und Bestsellerautor. Mit „Rich Dad, Poor Dad“ hat er ein Buch darübergeschrieben, was die Reichen ihren Kindern über Geld beibringen. Er blickt auf Geld und Vermögen aus der Perspektive eines Unternehmers. Seine Regel Nr. 1 lautet:

„Man muss den Unterschied zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten kennen und Vermögenswerte kaufen.“

Er behauptet, dies sei die einzige Regel, die es braucht, um reich zu werden.

„Reiche Menschen erwerben Vermögenswerte. Die Armen und die Angehörigen der Mittelschicht schaffen Verbindlichkeiten an, aber denken, dass es sich um Vermögenswerte handelt.“

Doch was ist seine Definition für Vermögenswerte?

„Ein Vermögenswert füllt mir meine Taschen mit Geld. Eine Verbindlichkeit zieht mir Geld aus der Tasche.“

Kiyosaki betrachtet Geld nicht statisch, sondern dynamisch. Es geht ihm darum, wohin das Geld fließt. Er betrachtet Autos und selbstgenutzte Immobilien vor allem als Konsumgüter. Sie geben uns das Gefühl vermögend zu sein, ziehen uns jedoch in erheblichem Maße Geld aus der Tasche.

  • Autos verlieren in den ersten Jahren drastisch an Wert und verursachen erhebliche Nebenkosten (Sprit, Inspektion, Reparaturen, Steuern, Versicherungen).
  • Selbstgenutzte Immobilien werden meist kreditfinanziert. Wer über 30-40 Jahre einen Immobilienkredit abzahlt, der zahlt nicht selten an Zinsen ebenso viel wie für das Haus. Hinzu kommen Nebenkosten, Steuern und regelmäßige Instandhaltung. Neben dem finanziellen Aufwand, ein nicht unerheblicher Zeit- und Arbeitsaufwand.

Natürlich weiß ich, dass Immobilien hohe Wertzuwächse haben (längst nicht immer und überall, z.B. in strukturschwachen Gegenden). Dass Häuslebauer mit Kredit besonders motiviert sind, Ihre Schulden schnell abzuzahlen, ist mir ebenfalls bekannt. Dennoch erscheint es mir eine interessante Perspektive, die Kiyosaki da einnimmt. Die Frage wohin Geld fließt (Cash Flow) ist wichtig.

In Deutschland machen wir unsere Einschätzung, ob jemand vermögend ist, an Statussymbolen fest. Wer sichtbar mehrere Immobilien besitzt oder dicke Autos fährt, den halten wir für reich. Und das ohne seine Kontoauszüge zu kennen. Große Limousinen und SUVs sind meist finanziert, ebenso Immobilien. Erst eine Vermögensbilanz wo Assets und Verbindlichkeiten gegenüber stehen zeigt die wahre Situation.

Wer Vermögen bilden will braucht einen positiven Cash-Flow

 

Die Vermögensbilanz

Wie auch immer Sie sich entscheiden, wie Sie Ihre Vermögenswerte bewerten, vergessen Sie nicht, die Verbindlichkeiten gegenzurechnen. Deren Wert festzustellen ist recht einfach, ein Blick in die Kontoauszüge genügt.

Wir ermitteln das Netto-Vermögen indem wir die Verbindlichkeiten vom Vermögen abziehen.  Üblicherweise dargestellt in einer Bilanz in Form eines T-Kontos:

 

Mit dieser recht statischen Form der Vermögensbilanz arbeiten die meisten Finanzberater. In den nächsten Beiträgen schauen wir aus der Perspektive eines Finanzplaners und aus Sicht eines Finanz-Coaches auf Ihr Vermögen. Sie werden womöglich staunen, was alles zu Ihrem wahren Vermögen gehört und was Sie damit vermögen.

Wer diese Beiträge nicht verpassen möchte, kann meinen Blog abonnieren und erhält zusätzlich gratis mein E-Book „Das Geheimnis erfolgreicher Entscheidungen“.

 

Wer hat den Überblick?

Wenn Sie Ihre Vermögensbilanz erstellen, werden Sie – ganz nebenbei – eine wichtige Erfahrung machen.

  • Wie leicht ist es Ihnen gefallen, alle Daten zusammenzutragen?
  • Haben Sie alle Daten verfügbar?
  • Wie aufwändig war es, die Daten zusammenzutragen?
  • Gibt es jemanden, der den Überblick hat? Sind das Sie, Ihr Partner, ein Finanzberater oder Ihr Steuerberater?
  • Oder gibt es niemanden? Vielleicht sogar bewusst, weil Sie nicht möchten, dass Ihre Bank oder Ihr Partner alles weiß?

Nutzen Sie die Chance, darüber nachzudenken, wer den Überblick haben sollte und ob Sie nicht zu viele Berater, Bankverbindungen und Finanzprodukte haben? Es ist eine Abwägung und bleibt Ihre Entscheidung. Treffen Sie sie bewusst.

 

Welche Gedanken und Gefühle löst der Blick auf Ihre Vermögensbilanz aus? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

 

 

 

 

Finanzplanung: Erfolg braucht Plan

Für jeden Unternehmer ist es selbstverständlich zu planen. Eine private Finanzplanung dagegen haben nur wenige. Doch Erfolg braucht Plan.

 

Wie funktioniert Finanzplanung?

Finanzplanung funktioniert im Prinzip wie Ihr Navi im Straßenverkehr:

  • Sie geben das Ziel vor.
  • Das Navi erkennt automatisch Ihren Standort und berechnet die Route.
  • Sie wählen zwischen alternativen Routen (schnellste, kürzeste, bequemste).

Wenn Sie Ihr Ziel erreichen, teilt Ihnen Ihr Navi dies mit. Sollten unterwegs Hindernisse auftauchen wie Staus oder Sperrungen, berechnet Ihr Navi aufgrund der bekannten Daten eine neue Route. So kommen Sie sicher ans Ziel und wissen immer, wo Sie stehen, in Bezug auf Ihr Ziel.

Finanzplanung einfach erklärt: Das Navi-Prinzip. So kommen Sie sicher an Ihr Ziel.

 

Die Arbeit dahinter

Aufgabe des Navis ist es, Ihnen den Weg zu Ihrem Ziel zu zeigen. Dazu braucht es eine Unzahl von Daten, aktuelle Informationen über Topographie und Straßennetz der Erde. Gesetze (Höchstgeschwindigkeit) sind zu beachten. Auch Ihr Finanzplaner braucht Daten der Märkte, Produkte und Regularien. Auch hier spielt die Aktualität eine wichtige Rolle, rechtliche und steuerliche Spielregeln ändern sich rasch. All dies muss Ihr Finanzplaner kennen oder abrufen, um Ihre Route zu berechnen.

Der größte Unterschied zum Navi besteht in der Standortbestimmung. Während das Navi den Standort mittels GPS selber bestimmen kann, ist der Finanzplaner auf Ihre Mithilfe angewiesen. In den seltensten Fällen verfügt er über alle erforderlichen Daten. Die Datenaufnahme erfordert regelmäßig hohen zeitlichen Aufwand. Natürlich hängt das im Einzelfall stark davon ab, wie komplex Ihre bestehenden Verträge sind und wie gut sortiert Sie diese Griffbereit haben.

 

Alternative Route

Alternative Route bedeutet bei der Finanzplanung: Denken in Szenarien.

Was wäre, wenn:

  • Sie oder Ihr Partner arbeitslos werden / Ihr Unternehmen insolvent wird,
  • Sie oder Ihr Partner berufsunfähig werden,
  • Sie oder Ihr Partner in den Ruhestand gehen,
  • Sie oder Ihr Partner schwer krank oder pflegebedürftig werden,
  • Sie oder Ihr Partner versterben,
  • …?

Das sind einige der wichtigsten Fragen, die Ihnen ein Finanzplaner beantwortet. Das geht weit darüber hinaus, was ein Finanzberater prüft.

Finanzplaner denken in Szenarien. Sie prüfen wie sich Entscheidungen auswirken. Was wäre, wenn ... ?

 

Wer braucht eine Finanzplanung?

Dies gilt, egal, ob Sie viel oder wenig Geld besitzen. Umso mehr verschiedene Finanzprodukte, Verträge und Ansprüche Sie haben, je komplexer Ihre Sammlung, je dringender brauchen Sie professionelle Unterstützung. Ohne Überblick – keine Kontrolle. Wer hat bei Ihnen den Überblick über Ihre Finanzen?

  • Sie?
  • Ihr Partner?
  • Ihr Steuerberater?
  • Ihr Finanzberater oder Ihre Bank?

Wirklich – oder kennt jeder nur einen Teil bzw. versteht nur einen Teil? Das ist ein „Blindflug“? Ich hoffe es gibt kein böses Erwachen?

Um finanziell erfolgreich zu sein, brauchen Sie einen Plan. Finanzplanung ist Lebensplanung.

 

Warum es schwieriger ist, als Sie denken

Was einfach klingt, hat seine Tücken. Haben Sie mal versucht, Ihre Vermögensbilanz aufzustellen? Natürlich gibt es Konto- und Depotauszüge und Rückkaufswerte. Das ist einfach. Doch was ist Ihr Haus, Ihre Wohnung, Ihr Unternehmen Wert? Reicht eine grobe Schätzung oder brauchen Sie eine Wertberechnung (Gutachten)? Insbesondere das Thema Wertermittlung ist Bücher füllend. Und der berechnete Wert ist nicht der Preis, den Sie beim Verkauf erzielen. Da spielt die Nachfrage eine große Rolle.

Wenn Sie künftig wissen wollen, ob und wie stark sich Ihr Vermögen verändert hat, kommen Sie an einer Vermögensbilanz nicht vorbei. Achten Sie darauf stets die gleiche Methodik anzuwenden, sonst vergleichen Sie Äpfel mit Birnen. Ein Problem, wenn Sie mal von dem (Finanzberater), mal von jenem (Steuerberater) einen Überblick erstellen lassen.

Ein weiteres Feld sind Ihre Ansprüche an Sozialversicherungsträger und Versicherungen (Rentenpunkte, Zuschüsse, Auszahlungen). Aufgrund heutiger Rechtslage und Ihrer bis heute geleisteten Beiträge. Doch was ist ein Zahlungsversprechen heute über 1.000 Euro in 30 Jahren Wert?

 

Warum es einfacher ist, als Sie denken

Im letzten Absatz haben Sie gesehen, dass bereits eine simple Bestandsaufnahme Wissen erfordert, dass viele Verbraucher nicht haben. Lassen Sie sich hier von Fachleuten helfen. Geben Sie aber Ihre Finanzplanung nicht gleich ganz aus der Hand. Ihr Finanzplaner ist Fachmann für Finanzen, Recht und Steuern, er ist nich der Fachmann für Ihr Leben. Vergessen Sie nie:

Finanzplanung ist kein Selbstzweck, sondern soll Ihnen helfen, Ihr Leben erfolgreicher zu gestalten.

„Finanzplanung ist Lebensplanung“

Für Ihr Leben, Ihre Ziele, Ihre Präferenzen gibt es keinen besseren Experten als Sie selbst

Die Qualität einer Finanzplanung bemisst sich danach, ob sie geeignet ist Ihnen zu helfen, Ihre Ziele zu erreichen. Das geht umso besser, je konkreter Sie Ihre Ziele formulieren. Es kommt auf ein gutes Zusammenspiel an mit Ihren Finanzplaner.

Finanzplanerisches Denken bedeutet:

  • Mit Ziel und Konzept
  • In Szenarien und Alternativen denken (was wäre wenn)
  • Vernetzt zu denken (Recht, Steuern, Finanzen)

Auf Interessenkonflikte achten

Im Finanzbereich besteht die Gefahr von Interessenkonflikten und Begriffswirrwarr. Der Begriff „Finanzplanung“ ist – genauso wie die Bezeichnung „Finanzplaner“ nicht geschützt. So bieten auch viele „Leichtmatrosen“ unter den Finanzberatern etwas an, das Sie „Finanzplanung“ nennen. Das geht von 15 Minuten bis ein, zwei Stunden. Natürlich als „kostenfreie Serviceleistung“. Ich habe oben angedeutet, wieviel Arbeit in einer echten Finanzplanung steckt. Kann sie dann gratis sein? – Wohl kaum. Das funktioniert nur, wenn Sie anschließend beim Anbieter Finanzprodukte gegen Provision kaufen. Diese Art „Finanzplanung“ entwerfen Marketingabteilungen. Die Fragebögen oder PC-Programme, sehen gut strukturiert aus. Sie laufen aber zielgerichtet auf die Empfehlung von Produkten raus. Deshalb fragen Sie sich immer:

„Cui bono? – Wem nützt es“

Trennen Sie die Finanzplanung von der Umsetzung (Finanzberatung). So bekommen Sie unabhängigen Rat.

Ein Qualitätskriterium ist das Siegel des Financial Planning Standard Board e.V. (FPSB). Dieser weltweite Verband der Financial Planner vergibt geschützte Zertifikate. Die Organisation hilft somit Verbrauchern zu erkennen, welche Finanzplaner die hohen Anforderungen und die Ethik Standards erfüllen. Näheres finden Sie auf folgender Website des FPSB. Dort finden Sie auch zertifizierte Finanzplaner. Achten Sie auf dieses Zeichen:

Wie kann ich als Verbraucher die Qualität messen?

Entscheidend ist eine konkrete Zieldefinition, messbar nach der SMART-Formel. Ein guter Finanzplaner zeigt Interesse an Ihrer Person und Ihren Zielen. Er konzentriert sich nicht nur auf Ihre Zahlen und Verträge.

Es handelt sich um Ihr Ziel. Prüfen Sie alle Aktivitäten und Vorschläge daraufhin, wie sehr Sie geeignet sind, Ihr Ziel zu erreichen. Bestehen Sie auf Verständlichkeit. Sie können nur umsetzen, was Sie verstehen. Ihr Ziel dient Ihnen als Kompass mit dem Sie prüfen, ob Ihre Finanzen auf Kurs sind.

 

Eine Finanzplanung ist eine Investition in vierstelliger Höhe, je nach Aufwand (meist 2.000 – 5.000 Euro). Regelmäßige Updates (deutlich günstiger) machen Sinn. Das lohnt:

  • Wenn Sie wissen wollen, wo Sie stehen und wie Ihr Vermögen sich entwickelt.
  • Wenn Sie Verantwortung und Kontrolle über Ihr Vermögen anstreben.
  • Wenn Sie Ihr Leben aktiv gestalten wollen und erkennen, dass Ihre Finanzen dazu wichtig sind.
  • Wenn Sie unabhängigen Rat vom Produktverkauf schätzen.

Sie können den Aufwand und damit den Preis reduzieren. So biete ich einen Ruhestands-Plan schon ab 1.000 Euro an. Untersucht werden Ihre Finanzen im Hinblick auf den Eintritt in den Ruhestand und die Sicherung Ihres Lebensstandards.

Der Aufwand einer Finanzplanung lohnt, gerade, wenn die Komplexität hoch ist. Oder wollen Sie Ihre Finanzen ohne Navi fahren?

 

 

Stress: Bringt Ihr Geld Sie um den Schlaf?

Können Sie schlecht schlafen? Stress, Schlafstörungen, Verspannungen, Magenkrämpfe, steife Schulter, Antriebsschwäche – ist Ihnen in den Sinn gekommen, dass das mit Geld zu tun haben könnte?

Geld-Stress: Warum bringt Geld Menschen um den Schlaf? Das können Sie dagegen tun. Mehr erfahren:

 

Jeder lebt in seiner Welt

Als Geldlehrer in der 10. Klasse frage ich meine Schüler: „Was glaubt Ihr, bei welchen Menschen verursacht Geld Stress?“ Unisono antworten alle: Ist doch klar, Menschen mit Schulden. Dann erzähle ich ihnen meine Geschichte:

Als junger Bankkaufmann in den 80ger Jahren kam ich in die Abteilung für Vermögensanlage. Dort bediente ich eine vermögende Witwe. Sie löste Zinskupons im Wert von heute 10.000 Euro, ein. „Nicht schlecht“ dachte ich bei mir: “Die hätte ich auch gerne.“ Doch statt einer glücklichen Kundin saß vor mir ein Häufchen Elend und jammerte nur: „Ach Herr Schmidt, es ist furchtbar. So ein Stress. Jetzt muss ich schon wieder eine Entscheidung treffen, was ich mit dem Geld anfange.“

Ich verstand die Welt nicht mehr. Heute weiß ich, ich habe die Welt der Kundin nicht verstanden. In meiner Welt waren 10.000 Euro Zinsen eine Chance, in Ihrer Welt eine Bürde. Geld garantiert weder Wohlbefinden noch guten Schlaf.

 

Warum bringt Geld Menschen um den Schlaf?

 1. Echte Not

Wenn es objektiv hinten und vorne nicht reicht und Menschen nicht wissen, wovon Sie leben sollen. Das ist objektiv ein großes Problem, dass ich in diesem Artikel jedoch nicht behandele. Mir geht es hier um die individuell empfundenen Probleme.

 

  1. Geld als Spiegel unserer Seele

Geld macht etwas mit uns. Wenn Geld ins Spiel kommt, verändert sich etwas. Wenn es um den Preis geht, um ein Erbe, eine Gehaltserhöhung, die Frage wer mehr verdient … All diese Themen lösen etwas aus. Sie führen zu Stress und Spannungen. Sie vergiften die Atmosphäre. Warum reagieren wir so sensibel auf Geld und agieren oft so unsensibel damit? Die verblüffende Antwort lautet: Weil es gar nicht um Geld geht.

Warum reagieren wir sensibel auf Geld und agieren unsensibel damit? Weil es gar nicht um Geld geht.

 

Geld dient als Projektionsfläche unserer Hoffnungen, Sehnsüchte genauso wie unserer Ängste, Sorgen und Befürchtungen. Wir machen unser Glück an Geld fest:

  • Wenn ich eine Million hätte, dann wäre ich wer.
  • Wenn ich mehr verdiene als mein Bruder, dann ist mein Vater stolz auf mich.
  • Wenn ich keine Gehaltserhöhung bekomme, bin ich ein Versager.
  • Wenn mein Kunde meinen Preis nicht akzeptiert, ist das mangelnde Wertschätzung.

Sie erkennen leicht, – so Sie nicht selber betroffen sind – dass es sich um Hoffnungen und Befürchtungen handelt. Was tatsächlich ist, kann sich davon erheblich unterscheiden. Nachts macht sich der Stress durch Schlafstörungen bemerkbar. Wir kommen nicht zur Ruhe, wälzen Probleme oder träumen schlecht und schlafen unruhig.

 

  1. Rastlosigkeit

Der schnellste Weg unglücklich zu sein, ist es, sich mit anderen zu vergleichen“

Geld verbinden wir mit Leistung. Es dient dem Vergleich.

  • Wer bekommt mehr!
  • Wer hat mehr!
  • Wer ist mehr?

Entscheidungen bringen viele um den Schlaf. Sich für A zu entscheiden, bedeutet B abzuwählen. Was aber, wenn B doch besser gewesen wäre oder ein noch besseres C auftaucht? Zufriedenheit stellt sich so nicht ein. Statt dessen Unruhe, Unsicherheit, Stress und Rastlosigkeit.

 

  1. Verlustaversion

Wer in der Forbes-Liste der reichsten Menschen auf Platz Fünf steht muss nicht nur mit dem unerträglichen Gedanken klar kommen, dass noch vier vor ihm sind. Er muss auch fürchten, zurückzufallen und Vermögen zu verlieren. So denken nicht nur Superreiche. Gerade im Mittelstand ist die Angst vor Wohlstandsverlust und ein Abrutschen weit verbreitet.

Verluste wiegen doppelt. So hat Daniel Kahneman in seinem Buch „Schnelles denken, langsames Denken“ herausgefunden. Ein Verlust wiegt doppelt so stark wie ein Gewinn.

Wir meiden daher Verluste. In Form von Befürchtungen durchleiden viele Menschen Verluste, die gar nicht eingetreten sind.

 

  1. Kontrollverlust

Finanzthemen sind komplex und abstrakt. Sie zu verstehen fällt vielen schwer.

Viele Probleme der Komplexität sind hausgemacht. Wir kaufen Finanzprodukte, die wir nicht kennen, nicht verstehen und nicht einschätzen können.

  • Weil Sie im Trend sind,
  • weil Sie angeboten werden,
  • weil Sie ein „Schnäppchen“ sind,
  • weil andere Sie auch haben,
  • weil sie Steuern sparen,
  • weil man ja was tun muss, …

Zu selten kaufen wir Finanzprodukte, weil wir ein Ziel haben und ein Konzept und diese Finanzprodukte dies gut umsetzen. Der Preis ist Kontrollverlust. Auch wenn wir es verdrängen. Unser Unterbewusstsein registriert das dünne Eis auf dem wir uns bewegen.

 

Was können Sie tun gegen Geld-Stress?

 

  1. Nehmen Sie körperliche Symptome ernst

Kein Geld der Welt ist es wert, davon krank zu werden. Lassen Sie es nicht so weit kommen. Zeigen sich bereits gravierende Stress-Symptome, suchen Sie Hilfe bei einem Therapeuten.

 

  1. Klären Sie Ihre Beziehung zu Geld

Werden Sie sich bewusst, was Geld für Sie ist. Welche Glaubenssätze prägen Ihr Handeln und Ihre Gedanken. Unsere Einstellung zu Geld wird in der Kindheit geprägt. „Über Geld redet man nicht.“ Sagt ein Sprichwort. Doch Kinder haben feine Antennen. Immer wenn Geld ins Spiel kommt, verhalten sich die Erwachsenen anders. Das prägt.

Wie viele Glaubenssätze über Geld schleppen Sie mit?

 

  1. Klären Sie Ihre finanzielle Risikobereitschaft

Finanzielle Risikobereitschaft ist ein relativ konstantes Persönlichkeitsmerkmal. Treffen Sie Finanzentscheidungen, die zu Ihrer persönlichen Risikobereitschaft passen. Versuchen Sie nicht Ihre Risikobereitschaft den getroffenen Entscheidungen anzupassen.

Treffen Sie Finanzentscheidungen mit einem Partner? Haben Sie die gleiche Risikobereitschaft? Das ist die Ausnahme. Häufiger gibt es deutliche Unterschiede. Klären Sie, wie Sie damit umgehen:

  • Getrennte Kassen
  • Bewusster Kompromiss
  • Risikobegrenzung beim Einsatz
  • Absicherungsstrategien

Klären Sie das nicht, wird das Geldproblem zum Beziehungsproblem.

 

  1. Halten Sie die Dinge einfach

Was ist das Wesentliche? Was wollen Sie erreichen?

Passen Sie auf, dass es Ihnen nicht so geht wie mir bei meinem ersten Smart Phone. Ich brauchte nur ein neues Handy zum Telefonieren. Der Verkäufer zeigte mir lauter tolle Funktionen. Am Ende hatte ich ein Handy was viele tolle Dinge kann, nur die Sprachqualität war mies. Ich hatte mein Ziel aus dem Fokus verloren.

Treffen Sie eine Grundsatzentscheidung mit der Sie gut leben können. Und entscheiden Sie falls erforderlich in einem zweiten Schritt was Sie optimieren. Bedenken Sie, dass Optimierung oft die Komplexität erhöht. Kontrollverlust droht.

 

  1. Erweitern Sie Ihre Handlungsoptionen

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“ Albert Einstein

Wer glaubt, ein Problem lösen zu können, indem er alles so weiter macht wie bisher, der irrt. Je mehr Handlungsoptionen Sie haben, je angemessener können Sie auf Situationen reagieren. Handlungsoptionen geben Ihnen Freiheit und eröffnen Chancen. Sie erhöhen Ihr Selbstwertgefühl. Sie gewinnen Zuversicht, auch mit unerwarteten Situationen klar zu kommen. Wer an alle Probleme gleich rangeht, ist beschränkt in seinen Möglichkeiten und fürchtet sich zu Recht vor unerwarteten Situationen.

In Bezug auf Geld bedeutet dies, sowohl sparsam sein zu können als auch großzügig. Geld bewusst zu empfangen und bewusst auszugeben. Der Geizige kann nur Festhalten. Dem Verschwenderischen zerrinnt das Geld in den Fingern.

 

  1. Verschaffen Sie sich Überblick

Dazu dient eine Finanzplanung. Sie beginnt mit einer Bestandsaufnahme

  • der Personen und Beziehungen
  • der Vermögenswerte
  • der Zahlungsströme
  • der Chancen und Risiken.

Zuerst Ihre Ziele, es folgt eine Analyse und dann ein Konzept. Die Umsetzung ist unabhängig hiervon.

 

Was ist Ihr Stress-Faktor bei Geldthemen? Wie gehen Sie damit um?

Mythos Finanzmärkte

Finanzmärkte sind faszinierend, wie Sterne. Sie wecken Sehnsüchte und Hoffnungen. Ihre schiere Dimension löst zugleich Unsicherheit und Ängste aus. Nährboden für Geschichten und Mythen.

Sind Sie fasziniert von den Finanzmärkten?

Die Finanzwelt ist uns fremd, aber sie übt eine große Faszination auf uns aus. Die Billionen, die täglich gehandelt werden, die Kurse, Nachrichten und Meldungen, die unablässig auf uns einströmen. Analysen, Charts und Stories rund um die Börse. Sagenhafter Reichtum, Aufstieg und Absturz von Helden wie Bernhard L.Madoff, der Wolf der Wallstreet oder den Gebrüdern Hunt. Erfolgsgeschichten wie Google und Facebook, Dramen wie die Lehmann-Pleite oder Rettung Griechenlands. Und das alles nur einen Klick entfernt. Sind Sie auch fasziniert von dieser Welt? … Oder stößt es Sie ab? Empfinden Sie diese Welt als real oder irreal?

Viele Akteure auf den Finanzmärkten erliegen der Faszination. Sie tauchen völlig ein in diese Welt der Zahlen und des Geldes. Einige haben gar Allmachtsphantasien, so sprach Lloyd Blankfein, Chef von Goldmann Sachs, davon ein Banker zu sein, der „Gottes Werk verrichte“.

Oder sind Ihnen Finanzmärkte suspekt?

Vielen Menschen ist diese Welt jedoch suspekt und Sie versuchen sie – so gut es geht – zu verdrängen. Sie verstehen nicht, was da vor sich geht und sagen sich: „Das hat nichts mit mir zu tun“. Sie legen Ihr Geld auf Tagesgeld oder kaufen eine Immobilie und denken, damit die Finanzmärkte zu umschiffen. Dabei werden die Zinsen und Immobilienpreise von den Finanzmärkten beeinflusst und die Rentenkassen, der Pensionsfonds, die Riesterrente legen das Geld an den Finanzmärkten an, auch wenn uns das nicht ständig bewusst ist.

Ob Sie diese Welt anzieht oder abstößt hat weniger mit der Finanzwelt zu tun, als mit Ihnen selber. Das was wir wahrnehmen ist nämlich immer ein Spiegel unserer Seele. Fakt ist, dass die Finanzmärkte ein sehr hohes Volumen haben, Milliarden von Informationen produzieren und für das Funktionieren unserer Wirtschaft von hoher Bedeutung sind.  Tatsache ist aber auch, dass die gleichen Fakten von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. Wie ist Ihre Wahrnehmung? Projizieren Sie Ihre Hoffnungen und Sehnsüchte auf die Finanzmärkte oder eher Ihre Ängste und Befürchtungen? Wahrnehmung ist etwas ganz Subjektives.

 

Wollen Sie Entscheidungen treffen, die Ihnen und Ihren Finanzen gut tun?

Wenn Sie Finanzentscheidungen treffen wollen, die Ihnen gut tun – d. h. wirtschaftlich erfolgreich sind und Ihnen gute Gefühle bereiten – dann empfehle ich Ihnen, sich weniger mit Finanzmärkten zu beschäftigen als mit Ihnen selbst. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Wie nehmen Sie die Welt war?
  • Wie treffen Sie Entscheidungen?
  • Wie geht es Ihnen damit?
  • Welche Gefühle löst das bei Ihnen aus?
  • Was können Sie selber beeinflussen?

Das ist mindestens so spannend wie die Märkte. Es ist von hoher Relevanz, weil es Sie unmittelbar betrifft. Sie können direkt Einfluss nehmen und damit Ihre Lebensqualität erhöhen.

Wechseln Sie die Perspektive

Sie können versuchen Finanzmärkte zu verstehen, beeinflussen können Sie sie nicht. Verschieben Sie Ihren Fokus, weg von den Märkten, hin zu Ihnen. Um gute Finanzentscheidungen treffen zu können, ist es wichtiger, dass Sie sich selber verstehen als dass Sie die Finanzmärkte verstehen.

Für Ihre Finanzen gilt: Konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die Sie selber beeinflussen können.

Meine Geschichte

Ich komme aus der Finanzwelt. Bereits als Azubi haben mich die Börse und Finanzen fasziniert. Ich habe Unmengen von Zeitungen, Zeitschriften und Literatur hierzu gelesen. Immer neue Theorien, Strategien, Tipps und Prognosen aufgesogen. Während meiner dreißigjährigen Tätigkeit bei einer Großbank wurden tausende neuer Produkte aufgelegt. Jedes mit dem Versprechen, ein Problem zu lösen und noch besser, effizienter, renditestärker als die anderen zu sein. In Wirklichkeit wurden sie immer komplexer, unberechenbarer, ihre Namen immer unaussprechlicher und die geweckten Erwartungen immer öfter enttäuscht.

Ich hatte den Anspruch, meinen Kunden stets das Beste und Neueste zu bieten. Ich wollte mein Wissen an meine Kunden weitergeben. Heute weiss ich, ich habe an der falschen Stelle gesucht. Die Finanzmärkte haben mich magisch angezogen und damit immer weiter weg von der Lösung und von mir.

Fazit

Sollten Sie auch von den Finanzmärkten fasziniert sein, so empfehle ich Ihnen, betreiben Sie es gerne als Hobby. Aber suchen Sie dort nicht den Schlüssel für Ihr persönliches Glück oder für gute Entscheidungen.

Für alle, die Finanzmärkte abschrecken, habe ich eine gute Nachricht:

Sie müssen kein Experte für Finanzmärkte sein, um gute Finanzentscheidungen treffen zu können.

Konzentrieren Sie sich lieber darauf

  • was Sie verstehen
  • was Sie beeinflussen können
  • was Sie kontrollieren und leisten können.

Das ist mehr als Sie denken. Seien Sie gespannt.

 

Suchen Sie noch Ihr Glück an den Finanzmärkten? Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?