Trennung

40 Prozent der Ehen werden später wieder geschieden. Auch wenn jeder glaubt, ihn oder sie könne es nicht betreffen, die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Eine Trennung ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch teuer:

Was im ersten Moment vor allem emotional eine große Belastung ist, stellt auch finanziell eine Herausforderung dar. Und damit meine ich nicht nur die Kosten der Scheidung.

  • Die Auflösung des gemeinsamen Hausstands bedeutet, dass jeder eine eigene Wohnung, eigene Möbel, ein eigenes Auto und Einiges mehr benötigt.
  • Auch gemeinsame Verträge stehe zur Disposition: Gemeinschaftskonten, Versicherungen, Grundbücher … Alles muss aufgeteilt und neu geordnet werden.
  • Rechtliche Regelungen wie Zugewinnausgleich, Unterhaltsanspruch, Versorgungsausgleich müssen geregelt werden.

Gerade die Ausgleichsregelungen sind kompliziert:

  • Vermögen und Eigentum: Das gemeinsame Eigentum wird untereinander aufgeteilt. Während Geld- oder Wertpapiervermögen relativ einfach aufzuteilen sind, führt dies bei Immobilien oder Unternehmensbeteiligungen regelmäßig zu Problemen.
  • Zugewinnausgleich: Wie hat sich das Vermögen während der Ehe entwickelt?
  • Unterhalt: Um finanzielle Unterschiede auszugleichen, ist der Besserverdienende verpflichtet, einen regelmäßigen Betrag an seinen Ex-Partner zu zahlen.
  • Versorgungsausgleich: Rentenanwartschaften, die im Verlaufe der Ehe erworben wurden, werden zu gleichen Teilen auf beide Partner verteilt.

Trennungen schmerzen und sind zugleich ein Neuanfang. Trotz hoher emotionaler Belastung kluge Finanzentscheidungen zu treffen, das ist nicht leicht. Besonders für die Seite, die sich bisher in Finanzangelegenheiten auf ihren Partner verlassen hat. Finanzcoaching und die Erstellung eines Finanzplans helfen, zu verstehen und überlegt zu handeln. Eigenständig, aber nicht allein.

 

Ein Mann ist keine Altersvorsorge

So lautet der Titel eines lesenswerten Buches einer (Honorarberater-)Kollegin Hilma Sick.

Jeder Partner in einer Beziehung sollte finanziell auf eigenen Beinen stehen. Eine Partnerschaft oder Ehe bedeutet nicht, dass die Partner keine eigenen Interessen mehr haben. Nicht nur im Fall einer Scheidung, auch bei vorzeitigem Ableben eines Partners steht eine Seite plötzlich allein da. Wer in der Partnerschaft finanzielle Entscheidungen ganz seinem Partner überlässt, steht vor einer großen Herausforderung, wenn er oder sie plötzlich weitreichende Entscheidungen treffen muss. Deshalb ermutige ich grundsätzlich alle Paare, auf ein Gleichgewicht zu achten und sich gemeinschaftlich um Ihre Finanzen zu kümmern.

Finanzsouveränität bedeutet, über eigene Finanzen und eigenes Finanzwissen zu verfügen, um eigenständig und unabhängig Finanzentscheidungen treffen zu können. Wenn auch Sie dies für ein erstrebenswertes Ziel halten, dann lassen Sie uns sprechen. Wenn möglich nicht erst, wenn eine Scheidung ansteht.